An der Wall Street mehren sich die Befürchtungen, dass die Märkte kurz vor einem Zusammenbruch stehen. Die Anzeichen für Stress im System häufen sich: Von nervösen Bewegungen bei Vermögenswerten über wachsende Bedrohungen für die wirtschaftliche Stabilität bis hin zur Angst vor Notlagen bei Grossbanken wie der Credit Suisse.  

Einflussreiche Investoren und Experten haben bereits darauf hingewiesen, dass es zu einem Zusammenbruch des Finanzsystems kommen könnte. Eine von der Finanzplattform "Market Insider" zusammengestellte Selektion von deren Äusserungen zeigt auf, in welchen Bereichen von einem möglichen Marktzusammenbruch ausgegangen wird: 

Cathie Wood, Leiterin von Ark Invest: 

"Es gibt Anzeichen dafür, dass der Finanzdienstleistungssektor in Bedrängnis geraten ist. Wir konnten beobachten, wie sich die Credit Default Swaps der Geldhäuser verdoppelt und verdreifacht haben, und in Europa haben sie ein Allzeithoch erreicht", sagte Wood gegenüber CNBC.  

"Es gibt also Spannungen und Belastungen im Finanzsystem, die sich meines Erachtens zuerst in der Krise um Liability Driven Investments (LDI, Anlagen mit Kapitalanlagen und Verbindlichkeiten, Anm. d. Red.) im Vereinigten Königreich bemerkbar gemacht haben. Und der Grund dafür ist, dass wir gerade einen grossen finanziellen Schock erleben."

Larry Summers, ehemaliger US-Finanzminister: 

"Was im Vereinigten Königreich passiert ist, ist zum Teil eine selbst zugefügte Wunde, zum Teil aber auch eine Folge dessen, was im globalen System passiert", wie er am letzten Freitag auf der Jahrestagung des Institute of International Finance meinte. "Und wenn man Erschütterungen hat, muss der Grund nicht unbedingt ein Erdbeben sein, aber man sollte wahrscheinlich über Erdbebenschutz nachdenken." 

Ed Yardeni, Präsident von Yardeni Research: 

"Ich denke, dass der Markt bereits zusammengebrochen ist. Auslöser dafür ist der steigende Dollar", sagte Yardeni gegenüber Bloomberg und verwies dabei auch auf die Zinserhöhungskampagne der Fed. "Ein steigender Dollar wurde in der Vergangenheit mit der Entstehung von Finanzkrisen auf globaler Basis in Verbindung gebracht." 

Mohamed El-Erian, leitender Wirtschaftsberater der Allianz: 

"Die Fed ist so spät dran, dass sie auf dem Weg zur Inflationsbekämpfung wahrscheinlich etwas kaputt machen wird", wie El-Erian in einem CNBC-Interview meinte. "Das wahrscheinlichste Opfer ist das Wirtschaftswachstum. Ich denke, der Markt beginnt zu erkennen, dass das Risiko einer Rezession und die damit verbundenen Auswirkungen auf die Erträge ein Thema sind." 

Kamakshya Trivedi, Leiterin der globalen Devisenforschung bei Goldman Sachs: 

"In einigen der anfälligeren Bereiche der Schwellenländer, in denen ein erheblicher Teil der Schulden auf Dollar lautet, gibt es bereits eine Schuldenkrise", sagte Trivedi in einem Podcast. "Das ist der Ort, an dem man nach den wirklichen Schuldenproblemen suchen muss, die sich jetzt abzeichnen." 

Jamie Dimon, CEO von JP Morgan:  

"Der wahrscheinliche Ort, an dem wir einen stärkeren Einbruch und vielleicht auch ein wenig mehr Panik erleben werden, sind die Kreditmärkte. Dabei kann es sich um börsengehandelte Fonds, um ein spezifisches Land oder um etwas handeln, was man gar nicht vermuten würde." 

Scott Minerd, globaler CIO bei Guggenheim Partners: 

"Ich denke, der Zusammenbruch wird wahrscheinlich über die Aktienkurse kommen, aber er könnte auch an anderen Stellen in Erscheinung treten – zum Beispiel in den Schwellenländern. Irgendwann wird das mit Tränen enden." 

(cash)