Dabei ging es neben anderen Punkten auch um eine mögliche Abtrennung der Kakaoverarbeitungs- und ‌handelssparte, sagten ‌zwei mit der Situation vertraute Personen. Feld sei offen für eine Abtrennung von Global Cocoa gewesen, so eine der Personen. Während die Idee vorerst auch bei Verwaltungsratsmitgliedern auf Anklang gestossen sei, habe sich der Verwaltungsrat unter Führung von Präsident Patrick De Maeseneire schliesslich dagegen ausgesprochen. ​Zudem habe Feld mehr in die Digitalisierung investieren wollen als der Verwaltungsrat. «Es gab keinen ‌grossen Knall», sagte die Person.

Barry Callebaut kündigte im Januar ‌an, dass der frühere Unilever-Chef Hein Schumacher das Steuer bei dem Unternehmen übernimmt, das unter anderem Schokolade für Magnum-Eis oder KitKat-Schokoriegel von Nestle produziert. Feld verlasse das Unternehmen nach knapp drei Jahren als CEO, um «neue berufliche Herausforderungen zu verfolgen». Angesichts des bevorstehenden Abschlusses des Restrukturierungsprogramms hätten der Verwaltungsrat und Feld entschieden, dass jetzt der richtige Zeitpunkt für einen Wechsel an der Spitze des ⁠Unternehmens gekommen sei.

Barry Callebaut wollte sich zu möglichen Meinungsverschiedenheiten zwischen Feld und dem Verwaltungsrat nicht äussern. Das Unternehmen betreibe weiterhin ein «voll integriertes Kakao- und Schokoladengeschäftsmodell». Auch Feld und De Maeseneire waren für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

«Ein Wettbewerbsvorteil»

Reuters hatte bereits im ​Dezember berichtet, dass Barry Callebaut eine Abtrennung von Global Cocoa auslotet. Die Sparte liefert Kakaobohnen an ‌die eigene Schokoladenproduktion und an externe Abnehmer. Mit einer Abspaltung hätte ‍sich Barry Callebaut verstärkt auf das einträglichere Schokoladengeschäft ausrichten können. Zudem erforderte insbesondere der Kakao-Preisschub 2024 mehr Barmittel für die Finanzierung der Lagerbestände, was die Schulden ​steigen liess. Um die Abhängigkeit von den Kakaopreisen zu verringern und das Finanzierungsprofil zu verbessern, prüfte Feld unter anderem den Verkauf eines Minderheitsanteils an der Sparte oder auch, das Geschäft in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen.

Ein zweiter Insider sagte, dass es innerhalb der Führungsriege des ‌Unternehmens Uneinigkeit über die Idee gegeben habe, das Kakaogeschäft auszugliedern.

Gemäss Grossaktionär ⁠Artisan Partners, der im Dezember 2023 einstieg und inzwischen eine Beteiligung von ‌rund zehn Prozent hält, ist Barry Callebaut das einzige Unternehmen, das Kakao und Schokolade anbietet. «Das ist einfach ein Wettbewerbsvorteil», erklärte Artisan-Fondsmanager David Samra. Feld habe bei ‍der Erneuerung der internen Prozesse und Systeme des Unternehmens viel geleistet. Jetzt sei die Zeit gekommen, sich stärker den Kunden zuzuwenden. Dafür sei Schumacher genau der Richtige. «Hein kann sehr gut mit Kunden umgehen. Er ​ist sehr überzeugend. Er kennt sich in der Lebensmittelbranche aus», erklärte Samra. Schumacher erklärte in ‍einer Reuters vorliegenden internen Mitteilung an die Mitarbeiter: «Wir haben die klare Chance, auf den Wachstumspfad zurückzukehren, unsere Kultur zu stärken und unsere operative Leistung deutlich zu steigern.»

(Reuters)