Charttechnik - Abstufung: Julius-Bär-Experten nicht länger «heiss» auf Gold

Der rückläufige Goldpreis bringt die Charttechniker von Julius Bär dazu, bei ihrem Anlageurteil über die Bücher zu gehen. Sie schwenken damit auf die grundsätzliche Einschätzung des bankeigenen Rohstoffstrategen ein.
25.01.2021 08:15
Von Lorenz Burkhalter
Goldbarren und Goldmünzen im Tresor des Goldhandels Pro Aurum München.
Goldbarren und Goldmünzen im Tresor des Goldhandels Pro Aurum München.
Bild: imago images / photothek

Die Charttechniker von Julius Bär machen ernst und senken ihre kurzfristige Einschätzung für die Gold-Unze von "Bullish" auf "Neutral". Sie reagieren damit auf die zuletzt beobachtete Verschlechterung der Ausgangslage. Die beiden Experten gehen davon aus, dass der Preis für eine Feinunze Gold bis auf weiteres in der Nähe des gleitenden 40-Wochen-Durchschnitts verharrt. Dieser verläuft momentan bei 1849 Dollar.

Um sich aus der Seitwärtsbewegung befreien zu können, müsse die Gold-Unze auf über 1930 Dollar vorstossen, so schreiben sie. Im Gegenzug könnte die Situation beim Edelmetall ungemütlich werden, sollte die wichtige Unterstützungslinie bei 1790 Dollar verletzt werden.

Fällt der Preis der Gold-Unze sogar auf 1700 Dollar?

Am 24. November rieten die Charttechniker noch zum Einstieg, wurden am vergangenen Freitag allerdings auf der Position mit einem überblickbaren Verlust von 1,2 Prozent ausgestoppt.

Die etwas vorsichtigere Einschätzung der Experten deckt sich neuerdings mit der Meinung des Rohstoffstrategen bei Julius Bär. Seines Erachtens dürfte der zur Schwäche neigende Dollar dem Edelmetall zwar eine gewisse Stütze verleihen. Er spricht damit die seit Jahren zu beobachtende Wechselwirkung an: Steigt der Dollar, fällt der Goldpreis – und umgekehrt.

Der Stratege sieht das Edelmetall bis in drei Monaten bei 1850 Dollar je Unze notieren. Auf einen Anlagehorizont von 12 Monaten rechnet er gar mit einem Rückgang auf 1700 Dollar.

Zuletzt kostete eine Gold-Unze noch 1855 Dollar. Das sind gut 2 Prozent weniger als noch Ende Dezember. In den ersten Januar-Tagen wurden in der Spitze sogar mal kurz bis zu 1960 Dollar je Unze bezahlt.