Charttechnik - Deutliche Signale für weitere SMI-Rückschläge

Der Swiss Market Index schrammte vergangene Woche nur knapp am Rekordhoch aus dem Vorjahr vorbei. Das Gros der Charttechnikexperten rechnet nun mit einem deutlicheren Rückschlag.
26.03.2019 08:24
Von Lorenz Burkhalter
Der SMI gehört international zu den erfolgreichsten Indizes.
Der SMI gehört international zu den erfolgreichsten Indizes.
Bild: cash

Ziemlich genau eine Woche ist es her, dass der Swiss Market Index (SMI) um Haaresbreite am Rekordhoch von Ende Januar letzten Jahres bei 9616 Punkten vorbeischrammte. Mittlerweile trennen das viel beachtete Börsenbarometer wieder rund drei Prozent von der historischen Bestmarke. Was auffällt: Den meisten Charttechnikexperten fehlt der Glaube an neue Rekorde.

Das gilt insbesondere für Edouard Garrana von Kepler Cheuvreux. Seines Erachtens läuft die im Dezember gestartete Erholungsbewegung beim SMI in der Region von 9548 bis 9616 Punkten aus. Er rechnet nicht zuletzt auch aufgrund der noch immer stark überkauften Situation mit einem mehrmonatigen Rücksetzer. Garrana sieht das Börsenbarometer bis Mitte April in einem ersten Schritt auf unter 9000 Punkte zurückfallen. Raum für eine Bodenbildung sieht er sogar erst Ende Juni.

Ein Vorstoss auf ein neues Jahreshoch kann den SMI noch retten

Ähnlich äussert sich Rolf Bertschi. Auch der früher für die Credit Suisse tätige und heute selbständige Autor der Publikation "Global Chart Outlook" macht beim SMI zwischen 9520 und 9600 Punkten einige sehr starke Widerstände aus.

Achterbahnfahrt des SMI über die letzten fünf Jahre (Quelle: www.cash.ch)

Bertschi sieht den SMI vor einem Bruch des mehrmonatigen Aufwärtstrends sowie vor einem stärkeren Rückgang. Nur ein Vorstoss über das diesjährige Hoch von Mitte März könne die Situation jetzt noch retten, so schreibt der bekannte Charttechniker. Mit Blick gegen unten macht er bei 9250 und dann erst wieder bei 9000 und 8650 Punkten wichtige Schlüsselunterstützungen aus. Werden diese verletzt, wäre das gar nicht gut.

Nur die Julius-Bär-Experten bleiben optimistisch

Wie sein Berufskollege Michael Riesner von der UBS Investmentbank ergänzt, haben sich beim SMI zuletzt negative Divergenzen gebildet. Er macht vor allem die defensiven Indexschwergewichte Nestlé, Roche und Novartis für den Vorstoss in die Nähe des bisherigen Rekordhochs verantwortlich. Riesner hält dieses Titelsegment jedoch für stark überkauft und deshalb für rückschlagsgefährdet. Er rät davon ab, dem SMI jetzt noch hinterher zu rennen.

Ungebrochen optimistisch sind nur Mensur Pocinci und Alexis Chassagnade. Die beiden für Julius Bär tätigen Autoren der wöchentlich erscheinenden Publikation "Technical Investment Strategy" haben die Hoffnung auf neue SMI-Rekorde noch nicht aufgegeben.

Pocinci und Chassagnade hatten dem SMI mit Dividenden-Korrektur (SMIC) schon Mitte Januar neue Höchststände zugetraut (cash berichtete) und lagen damit goldrichtig. Seither rechnen sie auch beim regulären SMI mit einem Vorstoss auf neues Rekordterrain. Und selbst wenn es momentan nicht danach aussieht, kann die Stimmung an der Börse jederzeit schnell drehen.

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