Der US-Ölkonzern Chevron verhandelt Insidern zufolge mit der Regierung in Washington über eine deutliche Ausweitung seiner Geschäftstätigkeit in Venezuela. Ziel sei es, die Lizenz so zu erweitern, dass Chevron wieder mehr Rohöl aus dem südamerikanischen Land exportieren könne, sagten vier mit den Gesprächen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch.
Die Exporte sollen sowohl an eigene Raffinerien gehen als auch an andere Käufer verkauft werden dürfen. Chevron ist der einzige grosse US-Ölkonzern, der dank einer Ausnahmegenehmigung noch in dem mit Sanktionen belegten Land tätig ist.
Die Verhandlungen fügen sich in umfassendere Gespräche zwischen den USA und Venezuela ein. Dabei geht es um die Lieferung von bis zu 50 Millionen Barrel venezolanischen Öls in die USA. US-Präsident Donald Trump drängt zudem amerikanische Ölkonzerne, in den Energiesektor des Landes zu investieren.
Die Regierung in Washington hatte die Sanktionen gegen die Regierung von Präsident Nicolas Maduro erst im Juli verschärft. Dadurch musste Chevron seine Exporte in die USA auf rund 100.000 Barrel pro Tag drosseln, nachdem es zuvor noch 250.000 Barrel waren. Zudem wurde dem staatlichen venezolanischen Ölkonzern PDVSA jeglicher Erlös aus den Chevron-Exporten entzogen.
Eine erweiterte Lizenz würde es Chevron ermöglichen, zu den früheren Exportmengen zurückzukehren. Gleichzeitig sorgt der Vorstoss für Spannungen. Washington drängt darauf, auch andere US-Firmen wie Exxon Mobil und ConocoPhillips an den Ölexporten zu beteiligen, deren Vermögen in Venezuela vor zwei Jahrzehnten enteignet worden war, wie es aus Industriekreisen hiess.
In einem widersprüchlichen Signal teilte die US-Regierung zudem mit, dass das Ölembargo gegen Venezuela in Kraft bleibe. Erst am Mittwoch wurden zwei Tanker mit Verbindungen zu Venezuela im Atlantik beschlagnahmt.

