Sie hielt den Zinssatz für mittelfristige Kredite (MLF) am Montag unverändert bei 2,50 Prozent. Die Zentralbank PBOC führte den Finanzinstituten zugleich netto frisches Geld im Volumen von 216 Milliarden Yuan (27,4 Milliarden Euro) zu. Die Operation diente laut der PBOC dazu, den Bargeldbedarf der Banken vollständig zu decken, um «eine einigermassen üppige Liquidität im Bankensystem aufrechtzuerhalten».

Der MLF-Schlüsselsatz gilt als Richtschnur für die eigentlichen Leitzinsen LPR (Loan Prime Rate), die am 22. Januar festgelegt werden. Über diese steuert die Notenbank die Kosten für Verbraucherkredite und auch für Hypotheken. Die Zentralbank hatte jüngst signalisiert, dass sie den Reservesatz für Geschäftsbanken (RRR) für mögliche geldpolitische Lockerungsmassnahmen im Auge hat. Je geringer der RRR ist, desto mehr Spielraum haben die Banken zur Vergaben von Krediten.

Da die MLF-Liquiditätsspritze «nicht riesig» ausgefallen sei, dürften die Markterwartungen für eine RRR-Kürzung laut dem Ökonomen Frances Cheung von der OCBC Bank hoch bleiben.

China steckt in einer für die Konjunktur schädlichen Deflation fest. Wenn sich Verbraucher in Erwartung weiter sinkender Preise dauerhaft beim Konsum zurückhalten, wird die gesamte Wirtschaft in einem Strudel aus sinkenden Preisen, fallenden Löhnen und Investitionszurückhaltung nach unten gezogen.

2023 stiegen die Preise nur um durchschnittlich 0,2 Prozent und damit so langsam wie seit 2009 nicht mehr. Damit wurde zugleich das offizielle Ziel von rund drei Prozent deutlich verfehlt.

(Reuters)