In deutlicher Abgrenzung von der US-Politik hat Chinas Aussenminister Wang Yi vor einem Abbruch der ‌internationalen ⁠Organisationen wie den UN gewarnt. Die Vereinten Nationen seien zwar ⁠nicht perfekt, aber die beste Basis für die Zusammenarbeit aller Staaten, sagte ‌Wang Yi am Samstag auf der Münchner ‌Sicherheitskonferenz. «Wir haben nicht das Recht, ​sie zu zerstören.» Er widersprach damit US-Aussenminister Marco Rubio, der vor ihm gesprochen und die UN als unfähig zur Konfliktlösung bezeichnet hatte.

Es dürfe nicht so sein, dass einige Länder ‌andere dominierten, fügte Wang Yi hinzu, ohne etwa die USA beim Namen zu nennen. Alle Länder müssten die gleichen Regeln ​beachten, das sei wichtig für kleine, mittlere wie ​grosse Staaten. Er bezeichnete China als ​einen verlässlichen Partner, auch für die friedliche Beilegung von weltweiten Konflikten.

«China ‌und Europa haben lange Tradition in Kulturen und Zivilisationen», betonte er. Beide seien Partner, nicht Rivalen in einer multilateralen Welt. Man ​sei «Partner ​auf dieser Reise zu einer ⁠multipolaren Welt», sagte der Aussenminister. «Wir ​sind keine Rivalen», sagte er ⁠angesichts der europäischen Position, die das Land zwar als ‌Partner, aber eben auch als systemischen Rivalen einstuft. China wolle verhindern, dass die Welt in eine weitere ‌Teilung hineinrutsche, sagte Wang Yi zu der ​Konkurrenz zwischen den USA und seinem Land.

(Reuters)