Während die chinesische Industrieproduktion im Mai an Fahrt gewann, schrumpften die Einzelhandelsumsätze erstmals seit mehr als drei Jahren. Die Industrieproduktion stieg im Mai im Jahresvergleich um 4,5 Prozent, wie das Nationale Statistikamt am Dienstag mitteilte. Analysten hatten mit einem Plus von 4,3 Prozent gerechnet, nach 4,1 Prozent im April. Getrieben wurde die Entwicklung von einem Exportplus von 19,4 Prozent, das unter anderem von weltweiten Investitionen in Künstliche Intelligenz (KI) profitierte. Die Einzelhandelsumsätze als wichtiges Barometer für den Konsum fielen dagegen um 0,6 Prozent. Dies ist der erste Rückgang seit Dezember 2022. Experten hatten im Vorfeld mit einer Stagnation gerechnet.
Die Konsumflaute zeigte sich deutlich im Autosektor. Auf dem weltgrössten Automarkt sanken die Inlandsverkäufe im Mai den achten Monat in Folge, wobei der Druck voraussichtlich den Rest des Jahres anhalten wird. Auch die Investitionen fielen deutlich schwächer aus als erwartet. Die Anlageinvestitionen sanken in den ersten fünf Monaten des Jahres um 4,1 Prozent, nachdem sie von Januar bis April um 1,6 Prozent zurückgegangen waren. Volkswirte hatten lediglich mit einem Minus von zwei Prozent gerechnet. Die Immobilieninvestitionen setzten ihre Talfahrt fort und brachen im Jahresvergleich um 16,2 Prozent ein. Zudem fielen die Preise für neue Eigenheime im Mai im Monatsvergleich etwas schneller.
(Reuters)

