«Wir hatten trotz eines unsicheren Geschäftsumfelds einen guten Start ins Jahr», sagte Christian Klein, der Chef des Walldorfer Softwarekonzerns, in einer Telefonkonferenz am Donnerstag. «Das macht uns für den Rest des Jahres zuversichtlich.» Das Unternehmen gewinne dank der KI-Funktionen in den Programmen Marktanteile.
SAP sei nicht komplett immun gegen die Verwerfungen durch den Nahost-Krieg, fügte Klein hinzu. In der Vergangenheit hätten Kunden in unsicheren Zeiten jedoch verstärkt auf die Produkte seines Unternehmens gesetzt, um ihre Geschäftsabläufe widerstandsfähiger zu machen.
Anleger reagierten erleichtert auf diese Aussagen. Die in den USA notierten SAP-Aktien stiegen im nachbörslichen Handel an der Wall Street zeitweise um 9,5 Prozent. Im vorangegangenen Quartal hatte der Konzern mit einem verlangsamten Cloud-Wachstum enttäuscht und für 2026 einen gebremsten Anstieg der Auftragseingänge vorhergesagt.
Zudem leidet die Branche unter Spekulationen über eine geringere Nachfrage durch den Siegeszug Künstlicher Intelligenz (KI). Vor allem das US-Startup Anthropic sorgte in den vergangenen Monaten wiederholt mit der Veröffentlichung von Zusatzmodulen für seine KI «Claude» für Unruhe. Diese schürten Ängste, dass klassische Firmensoftware langfristig überflüssig werden könnte.
Die Cloud-Erlöse von SAP stiegen den Angaben zufolge im ersten Quartal währungsbereinigt um 27 Prozent auf 5,96 Milliarden Euro. Das sind knapp 200 Millionen Euro mehr als von Analysten erwartet. Der Konzernumsatz wuchs mit einem Plus von zwölf Prozent ebenfalls überraschend stark auf 9,56 Milliarden Euro. Der Auftragsbestand der Cloud-Sparte habe um ein Viertel auf 21,93 Milliarden Euro zugelegt. Der bereinigte operative Gewinn erhöhte sich ähnlich deutlich auf 2,87 Milliarden Euro.
Für das Gesamtjahr 2026 peilt SAP weiterhin Cloud-Erlöse zwischen 25,8 und 26,2 Milliarden Euro an. Das wäre ein Wachstum von 23 bis 25 Prozent. Das Betriebsergebnis werde voraussichtlich um zwölf bis 13 Prozent auf 11,9 bis 12,3 Milliarden Euro steigen. Dieser Ausblick basiere auf der Annahme einer raschen Lösung für den Nahost-Konflikt, betonte SAP-Finanzchef Dominik Asam. Ein länger anhaltender Iran-Krieg könnte die Weltwirtschaft und damit auch die Bilanz seines Unternehmens beeinträchtigen. Die möglichen Auswirkungen einer derartigen Entwicklung liessen sich bislang aber nicht abschätzen.
(Reuters)

