Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann fordert die italienische UniCredit zu direkten Gesprächen über eine Übernahme des ‌Frankfurter ⁠Geldhauses auf. «Auch wenn wir es uns anders gewünscht hätten, ⁠die Mehrheitsverhältnisse auf der nächsten Hauptversammlung sind klar», erklärte Weidmann am Freitag ‌auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters.

«Jetzt ‌geht es darum, in konstruktiven ​Gesprächen wichtige Eckpunkte für Mitarbeiter, Aktionäre und die Kunden der Bank festzulegen.» Vorstand und Aufsichtsrat der Commerzbank hätten mehrfach betont, dass sie dazu bereit seien. «Alle sollten sich ‌jetzt wie Erwachsene verhalten, denn eins ist klar: diese Gespräche sind auch im Interesse der UniCredit, und es wird ​keine Abkürzung über Berlin geben.»

Weidmann reagiert damit auf ​die Ankündigung von UniCredit-Chef Andrea ​Orcel, mit der Bundesregierung und dem Betriebsrat über eine gemeinsame Zukunft ‌seiner Bank und der Commerzbank zu sprechen. UniCredit hat sich mit ihrem Übernahmeangebot fast die Hälfte der Commerzbank-Anteile gesichert. Regierung ​und ​Arbeitnehmervertreter hatten darauf verwiesen, ⁠dass der Vorstand der Bank der ​erste Ansprechpartner sei.

Das ⁠Gremium um Bettina Orlopp hatte Orcel am ‌Donnerstag aber nicht als Gesprächspartner erwähnt. Orlopp hatte stets ihre Bereitschaft zu Verhandlungen betont, mehrere Anläufe ‌zu Gesprächen auf Chef-Ebene waren aber ergebnislos ​verlaufen.

(Reuters)