Bei der Vorlage der Quartalszahlen am Donnerstag in Frankfurt skizzierte das Frankfurter Bankinstitut Commerzbank konkrete Phasen für den Zusammenschluss mit der italienischen Grossbank Unicredit. Nach der Mitte Oktober erteilten Genehmigung durch die Europäische Zentralbank (EZB) stehen noch einige behördliche Freigaben aus. Mit diesen werde im vierten Quartal 2026 oder spätestens im ersten Quartal 2027 gerechnet, hiess es in einer Präsentation für Analysten. In einer ersten Phase soll die Commerzbank als Tochtergesellschaft im UniCredit-Konzern geführt und konsolidiert werden, um Synergien im Einkauf, bei der Technologie und im Vertrieb zu nutzen. In einer zweiten Phase sei eine Fusion mit der UniCredit-Tochter HypoVereinsbank (HVB) möglich.
Arbeitnehmervertreter äusserten jedoch deutliche Kritik an den Plänen. «Was immer noch fehlt ist ein fairer Preis, eine faire Berücksichtigung der Interessen aller Beteiligten, sowie ein Plan für glaubwürdigen Synergien und einer tragfähigen und sinnvollen Integration für die Commerzbank», erklärte der Deutsche Bankangestellten-Verband (DBV) am Donnerstag. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp betonte dagegen in einer Telefonkonferenz mit Analysten die Chancen des Vorhabens. Das Management sei überzeugt, gemeinsam mit UniCredit Wert schaffen zu können, indem die Stärken beider Banken konsequent genutzt würden.
Ungeachtet der Übernahmediskussion verzeichnete die Commerzbank im dritten Quartal einen Gewinnschub und bestätigte ihr Gewinnziel von mindestens 3,4 Milliarden Euro für das Gesamtjahr. Das operative Ergebnis stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 25 Prozent auf 1,31 Milliarden Euro, das Nettoergebnis kletterte um rund 45 Prozent auf 859 Millionen Euro. Beide Werte verfehlten jedoch knapp die durchschnittlichen Erwartungen der Analysten. Die Aktien fielen im frühen Handel um rund 2,5 Prozent und gehörten damit zu den Schlusslichtern im Dax.
(Reuters)

