+++Coronavirus-Update+++ - Corona: Maskenpflicht, Versammlungsverbot, Homeoffice: Diese neuen Corona-Massnahmen gelten ab Montag in der Schweiz - Epidemiologe Althaus: «Situation in der Schweiz wie im Frühjahr» - Kanton Bern verbietet Grossveranstaltungen

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
18.10.2020 18:16
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien in Bern.
Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga vor den Medien in Bern.
Bild: Screenshot Youtube

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Das Coronavirus-Update vom Montag, dem 19. Oktober, finden Sie hier.

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18:15

In Grossbritannien haben die Gesundheitsbehörden 16.982 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet. Zudem seien 67 weitere Menschen in Zusammenhang mit dem Coronavirus gestorben, teilt die Regierung mit.

Das Land muss nach Einschätzung des Regierungsberaters Jeremy Farrar sofort einen dreiwöchigen landesweiten Lockdown verhängen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu stoppen. Die gegenwärtigen regionalen Massnahmen seien nicht effektiv, sagt er Sky News. "Eine dreiwöchige Periode nationaler und verschärfter Beschränkungen mit der richtigen finanziellen Unterstützung wird es uns erlauben, vor dem Winter neu zu starten." So könnten die Übertragungsspirale durchbrochen, die Gesundheitsdienste geschützt, Vorbereitungen getroffen und Leben gerettet werden. Farrar gehört der Experten-Gruppe an, die die Regierung in Notfällen berät.

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17:35

Italien verzeichnet 11.705 Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Das ist erneut ein Rekordwert, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Am Samstag waren noch 10.925 neue Ansteckungsfälle registriert worden. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Coronavirus steigt um 69 auf insgesamt 36.543. Italien wurde im Februar als erstes europäisches Land von der Pandemie heimgesucht und hat nach Grossbritannien die meisten Todesfälle in Europa zu beklagen.

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16:20

Im Kanton Bern werden Grossveranstaltungen ab Montag verboten. Die Behörden haben die entsprechende Ampel auf Rot gestellt, wie sie am Sonntag mitteilten. Damit sind wieder erneut maximal 1000 Personen in den Fussball- und Hockeystadien erlaubt.

Die Fallzahlen im Kanton Bern verdoppelten sich derzeit in weniger als einer Woche, teilten die Behörden am Sonntag mit. Stark angestiegen seien zudem die Positivitätsraten durchgeführter Tests wie auch die Zahl der Hospitalisierten.

Das Ampelsystem berücksichtigt die Entwicklung der Fallzahlen, die Auslastung der Intensivplätze mit Covid-19-Patienten in den Spitälern sowie die Auslastung des Contact Tracing. Angesichts der neusten Entwicklung werde die Ampel ab Montag auf Rot gestellt. Damit können vorerst keine Grossveranstaltungen mit mehr als 1000 Personen mehr durchgeführt werden.

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15:40

Die Walliser Spitäler kämpfen mit einer neuen Welle von Einweisungen. Die Zahl verdopple sich seit Freitag täglich, teilte Spital Wallis am Sonntag in einer Medienmitteilung mit.

60 Patienten befänden sich zur Zeit wegen Komplikation im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung in ihren Spitälern, vier seien auf der Intensivstation. Ausserdem seien im Spital in Saint-Maurice am Samstagabend sieben Corona-Fällen aufgetreten, sodass die Direktion eine Quarantäne aussprechen und bis auf Weiteres jegliche Besuche verbieten musste.

Mehr dazu hier.

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15:00

Der Bundesrat informierte seit 14:15  über das weitere Vorgehen in der Coronavirus-Pandemie. 

Vor die Medien traten: 

  • Simonetta Sommaruga, Bundespräsidentin
  • Aain Berset, Bundesrat und Vorsteher des Eidgenössischen Departements des Innern

Die Medienkonferenz zum Nachschauen in voller Länge: 

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Bundespräsidentin erklärte in der Medienkonferenz folgende neue Massnahmen, die ab heute 00:00 Uhr gelten werden: 

  • Maskenpflicht: Die bisher geltende Maskentragpflicht im öffentlichen Verkehr gilt neu auch für Perrons, Bahnhöfe, Flughäfen oder andere Zugangsorte des öffentlichen Verkehrs. Neben dem öffentlichen Verkehr gilt neu schweizweit eine Maskentragpflicht in allen öffentlich zugänglichen Gebäuden
  • Private Veranstaltungen: Bei privaten Treffen von weniger als 15 Personen macht der Bundesrat keine Regeln. Wenn sich jedoch mehr als 15 Personen treffen, gilt eine Maskentragpflicht, ausser im Sitzen. 
  • Private Veranstaltungen ab hundert Personen müssen über ein Schutzkonzept verfügen und dürfen nur in öffentlich zugänglichen Einrichtungen durchgeführt werden.
  • Versammlungsverbot: Auf öffentlichen Plätzen, Spazierwegen und in Parkanlagen sind Versammlungen von mehr als 15 Personen neu verboten. Organisierte Veranstaltungen wie Demos sind weiterhin erlaubt, wenn sie ein Schutzkonzept haben.
  • Gastronomie: In Restaurants die Maske abnehmen ist nur erlaubt, wenn ein Gast sitzt. Und essen und trinken darf nur noch, wer sitzt. 
  • Home-Office: Der Bundesrat hat zudem die "Covid-19-Verordnung besondere Lage" mit einem Absatz zum Homeoffice ergänzt. Es wird ab sofort wieder dringend empfohlen, so weit wie möglich von Zuhause aus zu arbeiten. 

Ziel der Massnahmen sei es, eine Überlastung des Gesundheitswesens in den nächsten Wochen und Monaten zu verhindern. Ausserdem soll der Anstieg der Fallzahlen so weit gebremst werden, dass die Kantone das Contact Tracing konsequent und umfassend sicherstellen können.

Zum ausführlichen Bericht geht es hier.

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14:30

Irland will am Montag neue Einschränkungen des öffentlichen Lebens beschliessen. Das sagt Bildungsminister Simon Harris dem Sender RTE. "Die Regierung wird morgen handeln." Es werde einschneidende und landesweite Massnahmen geben, um das Virus einzugrenzen. Es werde aber nicht so ein harter Lockdown wie im Frühjahr.

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13:50

Auf dem Berner Bundesplatz haben sich am Sonntagmittag mehrere hundert Gegner der Corona-Massnahmen zu einer "Mahnwache" versammelt. Die Polizei führte einzelne Demonstranten ab.

Es kam zu tumultartigen Szenen, und es herrschte eine aggressive Stimmung, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur berichtete. Mehrere Demonstrierende wurden von der Polizei abgeführt, begleitet von einem Pfeifkonzert.

Auf Transparenten hiess es unter anderem an die Adresse der Bundesräte "Wie lange wollt Ihr die Lüge noch aufrecht erhalten?" Der Bundesrat wird am Nachmittag über weitere Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie informieren.

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13:15

Die Corona-Fallzahlen steigen dramatisch an. Der Handlungsbedarf ist gross. Der Bundesrat tagt seit 11 Uhr in eine Notsitzung zu Corona – und wird wohl drastische Massnahmen beschliessen, um das Coronavirus einzudämmen. Um 14:15 Uhr erklärt der Bundesrat seine Entscheide

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12:45

Weltweit haben sich bisher mehr als 39,72 Millionen Menschen nachweislich mit dem Coronavirus angesteckt. Das ergibt eine Reuters-Erhebung auf Basis offizieller Daten. Danach starben über 1,1 Millionen Menschen mit oder an dem Virus. Bei den Infektionen sind die USA mit über 8,13 Millionen nach wie vor am stärksten betroffen, gefolgt von Indien (7,49 Millionen), Brasilien (5,22 Millionen) und Russland (1,38 Millionen).

Eine Übersichts-Karte zu den Infektionen weltweit von der Johns Hopkins University findet sich hier.

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12:00

Schweden ändert seinen Kurs in der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Ab kommender Woche sind regionale Behörden zu lokalen Lockdowns ermächtigt. Die Hoffnungen auf Herdenimmunität haben sich mittlerweile weitestgehend zerschlagen. Die Behörden erkennen offenabr, dass die Durchseuchungsstrategie nicht funktionierte.

Laut Dr. Joacim Rocklöv (40), Professor für Epidemiologie an der Universität Umeå, sei auch die schwedische Regierung nicht mehr von der Durchseuchungsstrategie überzeugt. Das berichtet der Schweden-Korrespondent des britischen "The Telegraph". Die Bevölkerung habe keine Immunität erreicht.

Das schwedische Gesundheitministerium wird kommende Woche mit Regionen zusammenarbeiten, um lokale Beschränkungen einzuführen.

10:55

Italien hat ein neues Wachstumspaket als Teil des Haushaltes für 2021 verabschiedet, um die Wirtschaft nach der Corona-Pandemie wieder anzukurbeln. Unter anderem sollen vier Milliarden Euro eingestellt werden, um Firmen zu entschädigen, die besonders stark unter dem Lockdown gelitten haben.

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09:45

Russland verzeichnet 15.099 bestätigte Corona-Neuinfektionen, wie die Behörden mitteilen. 185 weitere Menschen seien im Zusammenhang mit der Pandemie gestorben.

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09:15

Der Berner Epidemiologe Christian Althaus fordert in einem Interview mit der Sonntagszeitung die Behörden dazu auf, schnelle Massnahmen gegen die Ausbreitung der Coronavirus-Pandemie zu ergreifen. Wenn der Trend nicht rasch gebrochen werde, dann werde es schnell prekär, sagt Althaus. 

Zudem die Schweiz bei den Test und dem Contact Tracing jetzt am Anschlag. Die Zahl positiver Tests steige rapide. Und das Virus verbreite sich wieder vermehrt unerkannt aus. Damit komme man der Situation vom letzten Frühjahr wieder sehr nahe. Entscheidend seien jetzt die Spitaleinweisungen.

Weiter bereitt dem Epidemiologen Sorgen, dass "viele Entscheidungsträger offenbar nach wie vor die Dringlichkeit der Einführung von gezielten Massnahmen nicht sehen oder nicht realisieren, dass es jetzt wirklich um jeden Tag geht". Laut Althaus hätte besser schon vor zwei Wochen gehandelt. Jetzt sei es wichtig, das neue Massnahmen so schnell wie möglich umgesetzt würden.

Mehr zum Thema lesen Sie hier. 

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07:00

In den letzten 24 Stunden haben die Gesundheitsämter in Deutschland erwartungsgemäss vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Das Robert-Koch-Institut (RKI) gibt den Wert mit 5587 an. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die erfassten Fallzahlen meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln.

Im Vergleich zu den 3483 Infektionen am Sonntag vergangener Woche ist der aktuelle Wert aber deutlich erhöht. Die Zahl der Neuinfektionen hatte am Samstag mit 7830 zum dritten Mal in Folge einen Höchstwert erreicht. Das RKI weist in seinem Lagebericht von Samstagabend darauf hin, dass mittlerweile mehr als die Hälfte aller Landkreise eine erhöhte Verbreitung des Coronavirus von mehr als 25 nachgewiesenen Infektionen pro Woche und 100.000 Einwohner haben.

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06:15

Am heutigen Sonntag hält der Bundesrat um 11 Uhr eine Notsitzung zu Corona ab – und wird wohl drastische Massnahmen beschliessen, um das Coronavirus einzudämmen:  Der Bundesrat plant im Kampf gegen das Coronavirus laut einem Verordnungsentwurf eine klare Verschärfung der Massnahmen. Den Entwurf zur Verordnung machten die Nachrichtenportale der CH-Media-Zeitungen am Freitagabend publik. Er liegt der Nachrichtenagentur Keystone-SDA vor. Er datierte vom Freitagnachmittag und befand sich bei den Kantonen in der Vernehmlassung. Der Bundesrat plant demnach unter anderem:

  • Verbot von Menschenansammlungen im öffentlichen Raum: Ansammlungen von mehr als 15 Personen im öffentlichen Raum etwa auf öffentlichen Plätzen, auf Spazierwegen und in Parkanlagen sollen verboten werden. In kleineren Gruppen müssen die Menschen einen Abstand von 1,5 Metern einhalten.
  • Maskenpflicht für Veranstaltungen im Familien- und Freundeskreis: Für private Veranstaltungen, an denen über 15 und höchstens 100 Personen auf Einladung hin teilnehmen, sollen die Teilnehmer eine Gesichtsmaske tragen müssen, wenn sie sich nicht an ihrem Sitzplatz fürs Essen oder Trinken befinden. Konsumiert werden darf nur sitzend. Der Organisator soll zudem die Kontaktdaten der teilnehmenden Personen erheben müssen.
  • Keine privaten Anlässe in geschlossenen Einrichtungen: Private Veranstaltungen mit mehr als 100 Personen dürfen nur in öffentlich zugänglichen Einrichtungen und Betrieben durchgeführt werden.
  • Sektorpflicht für Veranstaltungen mit bis zu 1000 Personen: Werden bei Veranstaltungen mit über 100 und bis höchstens 1000 Menschen Kontaktdaten erhoben, so sind sie erlaubt. Die Besucher müssen in Sektoren mit höchstens 100 Menschen platziert werden.
  • Homeoffice-Empfehlung: Der Bundesrat will wie bereits während des Lockdowns die Arbeit von zu Hause aus empfehlen.

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    05:00

    Jürg Hodler (64), Ärztlicher Direktor des Uni-Spitals Zürich, befürchtet einen raschen Anstieg der Spitaleinlieferungen. Wenn es so weitergehe wie im Moment, befürchtet Hodler früher oder später einen Engpass im Spital – vor allem beim Personal. "Infrastruktur haben wir genug, sowohl Räume als auch Beatmungsmaschinen", sagt er im Interview mit Blick. Aber: "Es braucht Fachpersonal. Und das ist schon im Normalbetrieb an der Belastungsgrenze." Schon durch vergleichsweise wenige Corona-Patienten komme das System schnell an seine Grenzen.

    Mehr zu diesem Thema bei blick.ch

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    02:30

    In Mexiko steigt die Zahl der Corona-Fälle um 5447 auf 847.108. In dem lateinamerikanischen Land sterben am Samstag nach einer Infektion 355 Menschen. Damit steigt die Zahl der Pandemie-Opfer auf 86.059.

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    00:30

    In Brasilien haben die Behörden in den vergangenen 24 Stunden 24.062 neue Infektionen erfasst. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich mit dem Virus angesteckt haben, auf 5.224.362. die Zahl der Corona-Toten erhöht sich um 461 auf 153.675.

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    22:30

    Österreich verzeichnet erneut eine Rekordzahl an Neuinfektionen mit dem Coronavirus. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Wien wurden 1747 neue Fälle binnen 24 Stunden registriert. Der jüngste Tageshöchstwert war am Donnerstag mit 1552 Fällen gemeldet worden. Die Fallzahlen sind seit Anfang September stetig gestiegen - damals lagen sie noch bei unter 400 pro Tag. Die österreichische Regierung will am Montag mit Vertretern der neun Provinzen über neue Schutzmassnahmen beraten.

    Die Übersichts-Karte zu den Infektionen weltweit von der Johns Hopkins University findet sich hier.

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    21:10

    Im US-Bundesstaat New York dürfen Kinos ab dem 23. Oktober wieder öffnen. Ausgenommen sei jedoch die Metropole New York City, sagt Gouverneur Andrew Cuomo. Zudem gebe es Auflagen. Die Kapazität darf nicht mehr als 25 Prozent betragen mit maximal 50 Zuschauern pro Leinwand. Öffnen dürfen die Lichtspielhäuser auch nur in Bezirken, in denen die Rate von positiven Tests innerhalb von 14 Tagen unter zwei Prozent liegt.

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    20:30

    Frankreich meldet einen Rekord bei den Neuinfektionen. Am Samstag habe es 32.427 neue Fälle gegeben, gibt das Gesundheitsministerium bekannt. Insgesamt zählt das Land seit Beginn der Pandemie 867.197 Infektionen. Die Zahl der Toten steigt am Samstag um 90 auf 33.392.

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    19:45

    Die USA verzeichnen nach Angaben der Seuchenschutzbehörde CDC mehr als acht Millionen Infektionen mit dem Coronavirus. Am Samstag wurden 70.078 Neuinfektionen gemeldet. Die Zahl der Toten steigt um 1001 auf insgesamt 217.918.

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    (cash/Reuters/AWP/SDA/Bloomberg)