+++Coronavirus-Update+++ - Coronavirus: BAG meldet 22 neue Infektion in der Schweiz - Deutscher Star-Virologe Drosten: «In zwei Monaten werden wir ein Problem haben»

Erfahren Sie hier alle aktuellen Entwicklungen zur Coronavirus-Krise, zusammengetragen von der Redaktion von cash.ch.
23.06.2020 21:30
Christian Drosten ist Institutsdirektor an der Charité in Berlin und Berater der Bundesregierung in der Coronavirus-Krise.
Christian Drosten ist Institutsdirektor an der Charité in Berlin und Berater der Bundesregierung in der Coronavirus-Krise.
Bild: imago images / Xinhua

Das Coronavirus-Update von cash.ch vom Mittwoch, 24. Juni, findet sich hier.

20:00

Der deutsche Virologe Christian Drosten warnt nach Corona-Ausbrüchen unter anderem in Nordrhein-Westfalen vor einer neuen unbemerkten Ausbreitung des Coronavirus in der Bevölkerung. "Ich bin nicht optimistisch, dass wir in einem Monat noch so eine friedliche Situation haben wie jetzt, was die Epidemietätigkeit angeht", sagte Drosten in seinem NDR-Podcast. "In zwei Monaten, denke ich, werden wir ein Problem haben, wenn wir nicht jetzt wieder alle Alarmsensoren anschalten."Generell gebe es aktuell in mehreren Orten Anzeichen, dass das neuartige Coronavirus verstärkt wiederkomme. Am Dienstag wurden laut spiegel.de nach dem Corona-Ausbruch beim Fleischverarbeiter Tönnies in Gütersloh auch im Nachbarkreis Warendorf die Schutzmassnahmen verschärft.

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17:50

Bulgariens Ministerpräsident Boiko Borissow muss wegen eines Kirchenbesuchs ohne Maske eine Geldstrafe von 300 Lew (etwa 153 Euro) zahlen. Dies gelte auch für die Journalisten, die Borissow am Dienstag unmaskiert während seines Besuchs im Kloster Rila begleitet hätten, teilt das Gesundheitsministerium in einer E-Mail an die Nachrichtenagentur Reuters mit. Ob auch Geistliche zahlen müssen, war zunächst unklar. Gesundheitsminister Kiril Ananiew führte am Montag als Antwort auf einen Wiederanstieg der Fallzahlen die Maskenpflicht für geschlossene Räume wieder ein.

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16:20

NRW setzt nach dem Kreis Gütersloh auch den Kreis Warendorf vollständig unter Lockdown. Durch umfangreiche Tests soll nun herausgefunden werden, ob der Coronavirus von Mitarbeitern der Fleischfabrik Tönnies auf die Bevölkerung übergesprungen ist.

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15:30

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro muss nach einem Gerichtsbeschluss in der Öffentlichkeit eine Mund- und Nasenmaske tragen. Sollte sich Bolsonaro nicht daran halten, müsse er pro Tag eine Strafe von umgerechnet rund 340 Euro (2000 Reais) zahlen, ordnet Bundesrichter Renato Borelli an. Der weit rechts stehende Bolsonaro hatte die Gefahr des Virus lange geleugnet und von einer "kleinen Grippe" gesprochen. Bolsonaro hatte ohne Schutzmaske an Veranstaltungen in der Hauptstadt teilgenommen. In Brasilien sind inzwischen mehr als eine Million Infektionsfälle bekannt, die weltweit zweithöchste Zahl nach den USA. Rund 50'000 Menschen sind infolge einer Infektion gestorben.

Der Weltranglisten-Erste im Tennis, Novak Djokovic, hat sich mit dem Coronavirus infiziert. Dies teilt der Serbe in einer Erklärung mit. Nach einem von Djokovic organisierten Turnier auf dem Balkan waren zuvor bereits die Spieler Borna Coric aus Kroatien, Grigor Dimitrov aus Bulgarien und Viktor Troicki positiv getestet worden.

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14:05

In England werden die Beschränkungen des öffentlichen Lebens gelockert. Von 4. Juli an werde der vorgeschriebene Abstand zwischen zwei Personen von zwei auf "einen Meter plus" verringert, sagt Premierminister Boris Johnson. Das trage dazu bei, dass das Gastgewerbe wieder den Betrieb aufnehmen könne.

Hochzeitsfeiern seien wieder erlaubt, allerdings mit maximal 30 Gästen. Gotteshäuser würden wieder für Gottesdienste geöffnet. Fitness-Zentren, Schwimmbäder und Bowling-Bahnen blieben aber geschlossen. Dagegen dürften Sportplätze, Kinos, Museen, Galerien und Büchereien wieder öffnen. In Schottland, Wales und Nordirland entscheiden die dortigen Regierungen.

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12:50

Im Gebiet der Schweiz und Liechtensteins sind mit Stand heute Morgen 8 Uhr innert 24 Stunden insgesamt 22 neue Ansteckungen mit dem Coronavirus gemeldet worden. Dies teilt das Bundesamt für Gesundheit (BAG) mit. Die Zahl aller registrierten Fälle seit Beginn der Pandemie in der Schweiz beträgt 31'332

Auf 100'000 Einwohner entfielen 365 Fälle. Die Fallzahlen unterliegen einer Schwankung. Am Montag waren es 18 Fälle gewesen. Am Sonntag waren 35 neue Fälle vermeldet worden, dazu kamen 14 Nachmeldungen aus den Monaten April und Mai. Am Samstag waren es 26 neue Fälle gewesen, am Freitag und Donnerstag je 17.

Bisher starben in der Schweiz und im Fürstentum Liechtenstein gemäss BAG 1680 Menschen, die positiv auf Covid-19 getestet worden waren. Das Bundesamt bezieht sich auf die Meldungen, die die Laboratorien sowie Ärzte im Rahmen der Meldepflicht bis Dienstagmorgen übermittelt hatten.

Die Zahl der durchgeführten Tests auf Sars-CoV-2, den Erreger von Covid-19, beläuft sich bisher insgesamt auf 515'125. Bei sieben Prozent dieser Tests fiel das Resultat positiv aus.

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11:05

Nach dem Ausbruch des Coronavirus in einem Schlachthof des Fleischbetriebs Tönnies im Kreis Gütersloh verhängt der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet einen Lockdown über den gesamten Kreis Gütersloh. "Wir führen wieder eine Kontaktbeschränkung wie im März ein", sagte Laschet am Dienstag. Das neue Sicherheitspaket solle bis zum 30. Juni gelten. Neue Massnahmen solle es auch im benachbarten Kreis Warendorf geben, diese sollen dort aber nicht flächendeckend gelten. Blieben die Zahlen der Infizierten ausserhalb der Schlachthof-Belegschaft aber niedrig, könne es bald eine Rückkehr zur Normalität geben. Aber auch eine Verlängerung sei denkbar.

Es handele sich bei dem Ausbruch in dem Tönnies-Schlachthof um das bisher grösste einzelne Infektionsgeschehen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland, sagte Laschet. Über 1500 Mitarbeiter des Schlachthofs seien positiv auf das Virus getestet worden. Neue Fälle könne es aber auch in ihrem familiären Umfeld geben. Deshalb sei die Zahl der Infizierten wohl höher.

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10:45

Ab Donnerstag (25. Juni) ist die SwissCovid-App für Mobiltelefone verfügbar. Sie trägt laut BAG zur Eindämmung des neuen Coronavirus bei (BAG-Video zum Thema hier). Die App ergänze das klassische Contact Tracing, die Rückverfolgung neuer Ansteckungen durch die Kantone. Die SwissCovidApp helfe damit, Übertragungsketten zu stoppen. 

Die Nutzung der SwissCovid App ist freiwillig und kostenlos. Je mehr Personen die App installieren und verwenden, umso wirksamer unterstützt sie laut BAG die Eindämmung des neuen Coronavirus.

Wie funktioniert sie? Ist sie freiwillig? Sind meine Daten sicher? Der "Beobachter" hat die wichtigsten Fragen und Antworten zusammengetragen. 

Zum Beobachter-Artikel geht's hier: Das Wichtigste zur Corona-Tracing-App

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09:45

In Russland haben sich nachweislich fast 600.000 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Binnen 24 Stunden seien 7425 Neuinfektionen gemeldet worden, teilen die Behörden mit, am Tag zuvor waren es noch 7600. Die Gesamtzahl stieg damit auf 599.705. Die Zahl der Todesfälle in Zusammenhang mit dem Virus stieg um 153 auf 8359. Am Vortag waren 95 weitere Todesfälle registriert worden.

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08:30

Die Ansteckungsrate in Deutschland ist dem Robert-Koch-Institut (RKI) zufolge wegen der einzelnen örtlichen Ausbrüche stark gestiegen. Dies sei der Grund, warum der sogenannte R-Wert zuletzt auf über zwei gestiegen sei, sagte RKI-Chef Lothar Wieler am Dienstag in Berlin.

Das bedeutet, dass ein Infizierter im Schnitt mehr als zwei weitere ansteckt. Da aber insgesamt die Zahl der Neuinfektionen weiter relativ gering sei, dürfe dies nicht überbewertet werden. Aus 137 Kreisen sei in den vergangenen Wochen überhaupt kein neuer Fall gemeldet worden. 

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05:15

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Fälle in Deutschland steigt um 503 auf 190.862, wie Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) für Infektionskrankheiten zeigen. Weitere zehn Menschen sind nach offiziellen Angaben binnen 24 Stunden dem Virus erlegen, wodurch die Zahl der Todesopfer auf 8895 klettert.

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03:15

Die nationale Gesundheitskommission in China meldet binnen 24 Stunden 22 neue bestätigte Coronavirus-Fälle, 13 davon in Peking. Tags zuvor waren auf dem chinesischen Festland 18 Fälle aufgetreten, darunter 9 in der Hauptstadt. Die Stadt mit mehr als 20 Millionen Einwohnern meldete den ersten Fall einer neuen Virus-Welle am 11. Juni.

Der erneute Ausbruch wird mit einem Lebensmittelgrosshandel im Südwesten Pekings in Verbindung gebracht. Dabei haben sich bisher nach offiziellen Angaben 249 Menschen in der Stadt angesteckt. Die chinesische Gesundheitskommission meldet sieben weitere asymptomatische Fälle, die in China nicht zu den bestätigten Fällen zählen, da die Infizierten keinerlei Symptome zeigen.

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02:25

Das mexikanische Gesundheitsministerium bestätigt innerhalb eines Tages 4577 Neuinfektionen und 759 weitere Todesfälle. Insgesamt sind in Mexiko nach offiziellen Angaben 185.122 Menschen mit dem Virus infiziert und 22.584 Personen an den Folgen von Covid-19 gestorben. Die Regierung in Mexiko-Stadt geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Erkrankten wahrscheinlich deutlich höher liegt als die bestätigten Fälle.

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00:45

Zweit weitere Mitarbeiter aus dem Wahlkampfteam von US-Präsident Donald Trump sind positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies geschah nach der Kundgebung von Trump im US-Bundesstaat Oklahoma am Wochenende.

Die beiden hätten an der Wahlkampfveranstaltung in Tulsa am Samstag (Ortszeit) teilgenommen, aber die ganze Zeit über Atemschutzmasken getragen, erklärte der Kommunikationsdirektor Tim Murtaugh am Montag (Ortszeit) auf Anfrage. Die Betroffenen müssten in Quarantäne. Ausserdem würden ihre Kontakte zurückverfolgt, hiess es. Am Samstag waren bereits sechs Mitarbeiter des Wahlkampfteams positiv auf den Erreger Sars-CoV-2 getestet worden. Sie hatten aber nicht an der Veranstaltung teilgenommen.

Trump hatte Kritik auf sich gezogen, ein Event mit tausenden Menschen in einer geschlossenen inmitten der anhaltenden Pandemie abzuhalten. Im Vorfeld teilte er mit, dass sich fast eine Million Menschen um Tickets in der Veranstaltung in der rund 19'200 Menschen fassenden Arena beworben hätten. Tatsächlich blieben aber tausende Plätze leer, weil zahlreiche Personen kostenlose Eintrittskarten bestellt hatten, aber letztlich nicht erschienen waren.

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00:20

Brasilien verzeichnet nach Angaben des Gesundheitsministerium binnen 24 Stunden 21.432 neue bestätigte Coronavirus-Fälle sowie 654 neue Todesfälle infolge der Krankheit. Seit Beginn der Pandemie sind in dem lateinamerikanischen Land 1,1 Millionen Infektionen registriert. Die Gesamtzahl der Todesfälle steigt offiziellen Daten zufolge um 654 auf 51.271. 

(cash/Reuters/AWP/Bloomberg)