«Bahnbrechende Ergebnisse» oder «potenzieller erster grosser therapeutischer Durchbruch» von Haarausfall seit mehr als drei Jahrzehnten. Mit diesen fast schon überschwänglichen Worten überraschte das Pharmaunternehmen Cosmo am Mittwochmorgen die Investoren. Das Hohelied wurde wegen neuer Daten nach Phase-III-Studien (die entscheidend sind für eine Zulassung am Markt) zum hauseigenen Haarausfallmittel Clascoterone angestimmt.

Kein Wunder, dass die Börse reagierte. Die Cosmo-Aktie legte von Mittwoch bis Freitag rund ein Drittel von 65,50 bis auf über 91 Franken zu. Am heutigen Montag sind es weitere rund 11 Prozent auf über 100 Franken, der höchste Stand seit sieben Jahren.

Der Börsen-Begeisterung tut auch keinen Abbruch, dass Mitglieder aus Management und Verwaltungsrat in den Tagen nach der Meldung privat gehaltene Cosmo-Aktien im Umfang von einer halben Million Franken verkauft haben - was doch einige Fragen aufwarf. Am 4. Dezember ist zudem ein Kauf von Cosmo-Aktien durch ein Mitglied des Managements im Umfang von 171'000 Franken bei der Swiss Exchange Regulation registriert. Es handelt sich um dieselbe Anzahl Aktien (3000 Stück), die tags darauf wieder verkauft wurden.

Drei wichtige Schritte stehen nun an: Erstens wird Cosmo, beheimatet in Lainate nähe Mailand und an der Schweizer Börse kotiert, bis im Frühling 2026 eine erforderliche zwölfmonatige Sicherheitsnachbeobachtung bei Clascoterone abschliessen und schauen, wie das Mittel längerfristig wirkt - und ob sich allfällige Nebenwirkungen zeigen. Danach will das Unternehmen Zulassungsanträge sowohl in den USA und in Europa stellen.

Drittens muss Cosmo nun einen Partner finden, um das Potenzial des Mittels «optimal auszuschöpfen», wie ein Analyst von Jefferies schreibt. «Ein kompetenter Partner» (etwa aus der Pharma- oder Dermatologiebranche) könnte Umsätze zwischen 2,5 und 5 Milliarden Dollar allein in den USA erreichen, so der Analyst.

Jefferies hat nach wie vor ein Preisziel von 82 Franken pro Aktie. H.C. Wainwright senkte die Kursprognose von 133 auf 130 Franken - allerdings vor der Medienmitteilung letzte Woche. Je nach Ausgang der Sicherheitsbeobachtungen für das Haarmittel wird es noch einige Bewegung bei der Cosmo-Aktie geben.

Daniel Hügli
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