Die Valoren von Skan könnten die Talsohle hinter sich zu haben. Der Titel hat sich seit Anfang März um mehr als 20 Prozent auf 52,50 Franken verbessert und den Swiss Performance Index (SPI) im gleichen Zeitraum hinter sich gelassen. Bis zum Allzeithoch von 85,50 Franken vom April 2023 ist es allerdings noch ein weiter Weg.

Die letzten zwei Jahre waren schwierig für die Basler Medizinaltechnologie-Firma, welche Isolatoren, Reinraumgeräte und Dekontaminationssysteme entwickelt und baut. Nach überdurchschnittlichem Wachstum während der Corona-Pandemie kam der grosse Kater. Projekte wurden verschoben oder ganz gekündigt. Und als alle Analysten erwarteten, das Schlimmste sei vorbei, wartete das Unternehmen im März 2026 erneut mit einer gesenkten Guidance auf. 

Gemäss der Helvetischen Bank war die Reduktion der Analystenerwartungen für das Finanzjahr 2026 womöglich noch der letzte Stein, der den Weg für künftige positive Überraschungen und somit auch Aktienkurssteigerungen freigemacht hatte. Fundamental macht das Unternehmen vieles richtig, so die Einschätzung. 

Mit Jonas Greutert, hat SKAN zudem seit dem ersten Januar 2026 auch einen CEO, welcher den Ausbau des Geschäfts für Dienstleistungen und Verbrauchsgüter noch stärker in den Fokus stellt und auch auf der Prozess- und Kostenseite agieren dürfte. Nach dem starken Wachstum in den vergangenen zehn Jahren hat Skan in diesem Bereich sicherlich Optimierungspotenzial, so die Helvetische weiter. Die Privatbank zählt Skan weiterhin zu den Favoriten im Small- und Midcap-Segment.

Ebenfalls höhere Kurse sieht die Bank Berenberg. Zwar senkte Berenberg das Kursziel im März nach gekappter Guidance auf 60 von 67 Franken, hielt an der Einstufung «Buy» aber fest. Die Zahlen für 2025 seien insgesamt gemischt ausgefallen, schrieb die zuständige Analystin Estelle Bétrisey damals. Für 2026 sprächen vor allem Nachholeffekte aus verschobenen Projekten, die jüngste Belebung in den USA sowie eine verbesserte Visibilität durch Vorbestellungen. Längerfristig bleibe sie zuversichtlich in Anbetracht der neuen Guidance mit zweistelligem Wachstum und steigenden Margen, gestützt durch starke Branchentrends und Expansionen.

Auch die Analysten der UBS nahmen im März das Kursziel auf 65 von 75 Franken bei einem Kauf-Rating zurück. «Wir sehen Skan weiterhin als ein qualitativ hochwertiges Wachstumsunternehmen mit guter Positionierung, um Marktanteile zu gewinnen und für den Zeitraum 2025 bis 2030 ein Umsatzwachstum von 14 Prozent (CAGR) zu erzielen gegenüber circa 12 Prozent in den vergangenen fünf Jahren.» Die Marge sollte bis 2030 auf rund 19 Prozent steigen, so die UBS-Experten.

Die Skan-Aktien handeln anhand von verschiedenen Kennzahlen im Durchschnitt mit vergleichbaren Unternehmen. Mit einem Multiplikator Unternehmenswert dividiert durch den Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EV/Ebitda) von 15,5x für das Geschäftsjahr 2026 liegt Skan im Bereich des Durchschnitts von rund 16x für vergleichbare CDMO-Unternehmen. Deshalb halten die UBS-Experten diese Bewertung angesichts der hohen Wachstumsaussichten und der vielfältigen Wachstumstreiber für unangemessen.

Für die Aktien liegen keine Verkaufsempfehlungen vor. 

Thomas Daniel Marti
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