Das könnte Anlegern die Möglichkeit bieten, ihre Positionen in KI- und Halbleiteraktien wieder aufzubauen. Diese Einschätzung entstand, nachdem Chipaktien am Dienstag eine starke Erholung verzeichneten.

Ein Bloomberg-Index für asiatische Halbleiteraktien stieg um mehr als 3 Prozent und beendete damit eine dreitägige Verlustserie. Auch die technologieorientierten Indizes in Südkorea und Taiwan legten jeweils um mehr als 3 Prozent zu, da Anleger wieder verstärkt in die zuvor stark gefallenen KI-Titel investierten.

Ein Grund für die mögliche Stabilisierung des Sektors könnte sein, dass ein Großteil der spekulativen Positionen bereits abgebaut wurde. Hedgefonds reduzierten ihre Long-Positionen in Momentum- und Halbleiteraktien um rund 5 Prozent des Bruttomarktwerts – einer der grössten Rückgänge seit Beginn der Aufzeichnungen, wie Daten des Prime Brokerage von UBS zeigen. Damit liegt die Nettopositionierung in Halbleiter- und Softwareaktien wieder auf dem Niveau vom April.

«Verbesserte KI-Fundamentaldaten sind ein Kaufsignal», schrieb Michael Romano, Leiter des Aktienderivatehandels für Hedgefonds bei UBS, in einer Mitteilung an seine Kunden. Er riet Anlegern, Positionen schrittweise aufzubauen, anstatt sich auf einen schnellen Wiedereinstieg zu stürzen. Momentum-Strategien beinhalten den Kauf von Gewinneraktien und das Leerverkaufen der grössten Verlierer.

«Die Risikoreduzierung durch Momentum war und ist eine Überzeugungsentscheidung», schrieb Romano. «Ein schrittweiser Aufbau einer Position ist ratsam.» Der Momentum-Aktienkorb von UBS umfasst unter anderem Sandisk, Broadcom, Oracle, KKR, Datadog und Microsoft.

Romano merkte an, dass die Positionierung zunehmend eine Erholung dieser Aktien begünstigt. Eine Erholung bei KI- und Momentum-Aktien könnte jedoch auf Kosten der jüngsten Marktführer gehen. Die Prime-Brokerage-Daten von UBS deuten darauf hin, dass ein Grossteil der jüngsten Käufe von Banken, Industrieunternehmen und anderen zyklischen Aktien eher auf die Eindeckung von Short-Positionen als auf neue Long-Positionen zurückzuführen ist.

Dies lässt vermuten, dass diese Sektoren nachgeben könnten, wenn Anleger wieder in KI-bezogene Aktien investieren. Gleichzeitig ist der Software-Aktienkorb von UBS seit Ende Juni um etwa 20 Prozent gestiegen, was laut Romano unterstreicht, wie sensibel diese Titel weiterhin auf Positionierungsänderungen reagieren. Er erwartet, dass die positive Entwicklung bis Ende Juli ihren Tiefpunkt erreicht, falls dies nicht bereits geschehen ist.

Diese Einschätzung wird durch den Momentum-Indikator der UBS gestützt, der am Freitag eine dramatische Trendwende im Tagesverlauf vollzog und innerhalb von nur zwei Stunden von einem Verlust von 3,5 Prozent in einen Gewinn von 2,5 Prozent umschlug. «Ich gehe davon aus, dass sich bei einer Trendwende eine Liquiditätsblase nach oben bilden wird», schrieb Romano.

(Bloomberg/cash)