In Zeiten des Ölpreisschocks hält die US-Notenbank Federal Reserve ‌an ⁠ihrem Zinskurs fest. Sie entschied am Mittwoch, ⁠den Leitzins in der Spanne von 3,50 bis 3,75 ‌Prozent zu belassen. Experten ‌sagten dazu in ersten ​Kommentaren:

Michael Heise, Family Office HQ Trust: 

«Die geldpolitische Diskussion wird sich zunehmend mit der Frage von Zinserhöhungen zu befassen haben, ‌solange die inflationstreibende Energiekrise im Mittleren Osten anhält. Es ist zu erwarten, dass sich die ​US-Wirtschaft gegenüber dem Energiepreisschub widerstandsfähig zeigt. ​Der Bremseffekt hoher Energiepreise ​ist in den USA mit ihrer hohen ‌Energieproduktion auf jeden Fall weitaus geringer als in Europa. Zinserhöhungen wird die Notenbank erst in ​Betracht ​ziehen, wenn ⁠sich die Inflationserwartungen deutlich erhöhen und ​Sekundäreffekte etwa über ⁠eine Beschleunigung der Lohnsteigerungen eintreten sollten. Bis ‌zur Jahresmitte sind solche Entwicklungen eher unwahrscheinlich. Es ist daher mit ‌einem unveränderten Leitzinsniveau zu rechnen.»

Subadra Rajappa, Leiterin US-Research bei Société Générale:

«Die Hürde für eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank ist nach wie vor relativ hoch, und es besteht kein Grund für die Fed, ihre Haltung zu ändern oder nennenswert zu reagieren.»

Bob Michele, Leiter Research Fixed Income JP Morgan:

«Die Fed bewegt sich eindeutig in Richtung einer symmetrischen Geldpolitik, und die Zentralbank signalisiert zunehmende Besorgnis über das Preisniveau. Die Fed behauptet, die US-Wirtschaft entwickle sich gut, und die Zentralbank habe einen restriktiveren Kurs eingeschlagen. Wir erwarten in diesem Jahr keine Zinsänderungen. Die Botschaft der Fed ist eher an Warsh gerichtet, dass es zu abweichenden Meinungen kommen könnte.»

(Reuters/cash)