Die Inflation in Deutschland ist im Februar deutlicher gesunken als erwartet. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich ‌1,9 Prozent ⁠im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Im ⁠Januar war die Teuerungsrate auf 2,1 Prozent gestiegen, nachdem sie im Dezember mit ‌1,8 Prozent auf den niedrigsten Wert seit mehr ‌als einem Jahr gefallen war. Von ​Januar auf Februar zogen die Verbraucherpreise um 0,2 Prozent an. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten mit einem Rückgang der Inflationsrate auf 2,0 Prozent gerechnet. Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Alexander Krüger, Chefökonom Hauck Aufhäuser Lampe: 

«Die Inflationsrate fällt etwas zurück, das Preisziel bleibt erfüllt. Geholfen haben vor allem Entlastungen der Politik bei den Strompreisen. In der Gesamtbetrachtung ​sind lediglich die Dienstleistungspreise ein Schönheitsfehler. Auf Sicht der nächsten ​Monate dürfte das preisstabile Umfeld anhalten. ​Vieles spricht für einen engen Inflationsverlauf um 2,0 Prozent. Dabei richtet der Euro den ‌Inflationsblick nach unten und der Rohölpreis nach oben. Die deutsche Vorgabe zementiert die Warteposition der EZB.»

Michael Heise, Chefökonom HQ Trust:

«Eine deutliche Teuerung gibt es ​trotz ​der reduzierten Umsatzsteuer auf Speisen im ⁠Gaststätten- und Beherbergungsgewerbe. Auch Versicherungen und Reisen ​haben sich gegenüber dem Vorjahr ⁠deutlich verteuert. Steigende Löhne, auch im Mindestlohnbereich, sowie Preissteigerungen im Bereich ‌von Pflege und sozialen Einrichtungen tragen erheblich zur Teuerung der Dienstleistungen bei. Eine deutliche Entlastung der Verbraucher ist nicht in Sicht. ‌Auch in den kommenden Monaten ist eine Inflationsrate ​von etwa zwei Prozent zu erwarten. Klammert man Energie- und Nahrungsmittelpreise aus, dürfte die sogenannte Kerninflation weiter bei um die 2,5 Prozent liegen.»

(Reuters)