Der Stellenaufbau am US-Arbeitsmarkt läuft weiter schleppend. Im Dezember kamen nur 50'000 neue Jobs ausserhalb der Landwirtschaft hinzu, ‌wie ‌aus dem am Freitag vorgelegten Bericht der Regierung hervorgeht. Von Reuters befragte Experten hatten einen Stellenzuwachs von 60'000 Stellen erwartet, nach revidiert 56'000 im November. ​

Die getrennt ermittelte Arbeitslosenquote sank im Dezember allerdings auf ‌4,4 von revidiert 4,5 Prozent ‌im November. Für die US-Notenbank, die Ende des Monats wieder über den Leitzins entscheidet, sind die Arbeitsmarktdaten eine wichtige Orientierungsmarke beim Abstecken des geldpolitischen Kurses.

Analysten sagten zu den Daten in ersten Reaktionen:

Bastian Hepperle, Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank: 

«Es ist nicht ganz klar, wie gut oder schlecht die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt tatsächlich ist. Von Sondereffekten noch verzerrt, ​braucht es Zeit, bis sich ein klarer Trend herauskristallisiert. ‌Sicherlich hat der Arbeitsmarkt seine besten Zeiten ‍gesehen. Unternehmen bleiben bei Neueinstellungen zurückhaltend. Durch die stark eingeschränkte Zuwanderungspolitik fehlt es zudem ​an Arbeitskräften. Innerhalb der Fed dürfte weiter intensiv diskutiert werden, inwieweit ihr Beschäftigungsmandat akut bedroht ist. Ein dringender Handlungsbedarf zu raschen und kräftigen Leitzinssenkungen besteht ‌nicht.»

Ralf Umlauf, Landesbank Hessen-Thüringen:

«Nur ein schwaches ⁠Beschäftigungsplus. Die Zahl der netto neu geschaffenen ‌Stellen blieb hinter den Erwartungen zurück und so festigt sich das Bild, wonach der US-Arbeitsmarkt ‍deutlich an Dynamik verloren hat. Gleichwohl ist die Arbeitslosenquote stärker als erwartet gesunken. Das Niveau ist im historischen Vergleich niedrig. ​Zudem ist die Lohnsteigerung im Jahresvergleich wieder gestiegen ‍und liegt klar oberhalb der Inflationsrate. Zinssenkungserwartungen bezüglich der Fed werden insgesamt wohl eher nicht verstärkt.»

Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank: 

«Aus Sicht der Arbeitsmarktentwicklung hat die US-Notenbank Raum für mehr Zinssenkungen als es die Projektionen der Fed derzeit vorsehen. Wir gehen nach wie vor von drei Zinssenkungen im laufenden Jahr aus. Was noch deutlicheren Zinssenkungen entgegen steht, ist die Inflationsentwicklung. Die Zölle bergen das Risiko, dass es im laufenden Jahr zu Überwälzungseffekten an den Endkonsumenten kommen wird.»

(cash/Reuters)