Die US-Notenbank fasst den Leitzins trotz anhaltender Inflationsgefahr nicht an. Die Federal Reserve (Fed) beliess ‌ihn ⁠am Mittwoch in der Spanne von 3,50 bis ⁠3,75 Prozent. Von Reuters befragte Experten hatten damit gerechnet. Sie sagten ‌in ersten Kommentaren:

Elmar Völker, Chefökonom LBBW: 

«Die Währungshüter haben ungeachtet ​der jüngsten Eskalation der Lage im Nahen Osten vorerst die Füsse stillgehalten. Die Differenzen innerhalb des Gremiums über den angemessenen geldpolitischen Kurs nehmen indes merklich zu. Schon ‌im Juni hatten einige Notenbanker gute Gründe für eine straffere Geldpolitik gesehen. Diese Gruppe hat ihre abweichende Meinung heute ​deutlich stärker zum Ausdruck gebracht. Die ​Mehrheit stützt sich demgegenüber auf die ​jüngsten Inflationsdaten, welche noch keine Zweitrundeneffekte infolge des Energiepreisschocks erkennen lassen.»

Michael Heise, HQ Trust

«Die Überraschung ist ausgeblieben. Die US-Notenbank hat trotz einer Inflation von etwas mehr als drei ​Prozent ​auf eine Zinserhöhung verzichtet und ⁠bleibt im Wartemodus. Ausschlaggebend dürfte die ​Einschätzung gewesen sein, ⁠dass der Inflationsanstieg vor allem auf die höheren Energiepreise infolge ‌der Nahost-Krise zurückgeht und damit vorübergehend ist. Schon der bisher eingetretene Ölpreisanstieg wird sich ‌jedoch auf die Verbraucherpreise deutlich auswirken, so ​dass in der September-Sitzung mit einer Zinserhöhung zu rechnen ist.»

Kristine Aquino, Bloomberg

«Die Entscheidung der Fed, die Leitzinsen heute unverändert zu lassen, hat Zweifel an einer Zinserhöhung im September und darüber hinaus aufkommen lassen. Händler scheinen den Zeitpunkt für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte eher auf Oktober zu verschieben und gehen nicht mehr von zwei Zinserhöhungen bis März nächsten Jahres aus.»

(Reuters)