Der deutsche Inflationsrate ist im August zum ersten Mal in diesem Jahr gestiegen. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich um durchschnittlich 2,2 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Das ist der erste Anstieg seit Dezember 2024. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Anstieg auf 2,1 Prozent gerechnet. Sie sagten in ersten Reaktionen:
Alexander Krüger, Chefökonom Hauck Aufhäuser Lampe:
«Der leichte Anstieg der Inflationsrate ist alles andere als ein Aufreger. Basiseffekte bei Energie und Nahrungsmitteln sorgen für den Inflationsanstieg. Die gute Nachricht ist also die, dass der Inflationsdruck nicht grösser geworden ist. Alles in allem bleibt die Inflation eingefangen. Dies auch deshalb, weil das Warenangebot durch die US-Marktabschottung grösser geworden ist. Auch wenn der Euro kräftig mithilft, sind Inflationsraten unter 2,0 Prozent vorerst dennoch eher kein Thema. Die deutsche Vorgabe zeigt der EZB, dass sie ihre Zinspause im September beibehalten kann.»
Silke Tobler, Geldpolitikexpertin des IMK:
«Die Inflation lag im August mit 2,2 Prozent nah am Inflationsziel der EZB, obwohl die Energiepreise deutlich weniger stark dämpften und die Preise für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke merklich stärker anzogen. Auch im Euroraum insgesamt ist die Inflationslage entspannt, zumal sich die Inflationsraten in Frankreich und Italien sogar leicht verringerten.
Legt die EZB wie allgemein erwartet auch im September eine Zinspause ein, so sollte sie zumindest andeuten, dass sie die Zinsen voraussichtlich zeitnah erneut senken wird. Die US-Zölle, die starke Aufwertung und die weiterhin hohen Energiepreise belasten die ohnehin schwache Konjunktur, und eine wirtschaftliche Erholung ist dringend zur Bewältigung der zahlreichen Herausforderungen erforderlich.»
(Reuters)