Die Inflation in der Euro-Zone ist Ende 2025 wie erwartet gesunken. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich im Dezember um durchschnittlich 2,0 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie das EU-Statistikamt Eurostat am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters befragte Ökonomen hatten damit gerechnet, nachdem die Teuerung im November bei 2,1 Prozent gelegen hatte. In ersten Reaktionen hiess es dazu:
Jörg Krämer, Chefökonom Commerzbank:
«Die Inflation ist im Dezember vor allem wegen gesunkener Energiepreise auf das EZB-Ziel von 2,0 Prozent gefallen. Einziger Schönheitsfehler ist, dass die Inflation ohne die schwankungsanfälligen Preise für Energie und Nahrungsmittel noch immer etwas über zwei Prozent liegt. Aber diese Kerninflation sollte in den kommenden Monaten schrittweise sinken, weil der Lohnanstieg nachlassen wird. An der Inflationsfront herrscht zunehmend Ruhe. Wir erwarten nur deshalb keine weiteren EZB-Zinssenkungen, weil der Einlagensatz mit zwei Prozent ohnehin bereits unter dem konjunkturneutralen Niveau liegt.»
Alexander Krüger, Chefökonom Hauck Aufhäuser Lampe:
«Die Inflationsrate sinkt vor allem wegen der Energiepreise. In den kommenden Monaten wird die Inflationsrate eher unter 2,0 Prozent als knapp darüber liegen. Es sieht somit weiter nach einer längeren Phase mit Preisstabilität aus. Das bedeutet aber auch, dass das hohe Preisniveau fortbestehen wird. Von dort werden die Preise also weiter steigen, nur deutlich langsamer als in den Jahren 2022/23. Vor allem die Dienstleistungspreise sprechen gegen ein weiteres Abrutschen der Inflationsrate. Der Rückgang der Inflationsrate stellt nicht in Frage, dass die EZB ihre Inflationsprojektion für 2026 jüngst auf 1,9 Prozent angehoben hat. Die Leitzinsen können bleiben wo sie sind, auch wenn die Inflationsrate etwas unter 2,0 Prozent liegt.»
(Reuters)
