Die Inflation im Euroraum zieht wieder an. Waren und Dienstleistungen verteuerten sich ‌im ⁠Juli um durchschnittlich 2,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat, wie ⁠das EU-Statistikamt Eurostat am Freitag mitteilte. Im Juni war die ‌Teuerungsrate auf 2,8 Prozent zurückgegangen. ‌Ökonomen sagen in ersten Reaktionen:

Jürg Krämer, Chefökonom Commerzbank:

«Der Anstieg der Inflation geht überwiegend auf höhere Energiekosten zurück. Je länger der Iran-Konflikt anhält, desto mehr werden Unternehmen die höheren Kosten an die ‌Verbraucher weitergeben. Ausserdem liegen die langfristigen Inflationserwartungen der Konsumenten bereits über dem EZB-Ziel von zwei Prozent. Die Inflationsrisiken sind ​gestiegen. Eine EZB-Zinserhöhung nach der Sommerpause ist ​überfällig.»

Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank:

«Die ​Inflationsrate legt bedingt durch höhere Ölpreise erneut kräftig zu. Das ‌muss aber nicht weiter verwundern, schliesslich kam es zwischenzeitlich zu einer erneuten Eskalation im Persischen Golf, was wiederum ​die ​Ölpreise erneut deutlich ansteigen ⁠liess. Die Energiekomponente des Konsumentenpreisindex legt ​gegenüber dem Vorjahresmonat ⁠um zehn Prozent zu. Klare Indizien für ernstzunehmende Zweitrundeneffekte ‌gibt es bislang nicht. Für die EZB besteht damit kein akuter Handlungsbedarf. Ob die europäischen ‌Währungshüter auf ihrer nächsten Sitzung im September ​den Zins anheben werden, darf in Frage gestellt werden.»

(Reuters)