Die Verbraucherpreise stiegen wie bereits im ‌Vormonat ‌um 2,7 Prozent, wie das Arbeitsministerium am Dienstag in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Volkswirte hatten mit dieser Jahresteuerungsrate gerechnet. In ersten Reaktionen hiess es:

Tobias Basse, Ökonom Nord LB: 

«Im Berichtsmonat Dezember zeigte sich bei den US-Konsumentenpreisen ein Anstieg um 0,3 Prozent auf Monatsbasis. Es hätte eindeutig schlimmer kommen können. Damit notiert die Jahresrate der saisonal unbereinigten Zeitreihe weiterhin bei 2,7 Prozent. Die Kernrate der Konsumentenpreise zog am aktuellen Rand sogar nur um 0,2 Prozent auf Monatsbasis an. Dies ist eindeutig eine positive Überraschung. Der prüfende Blick auf die Details der aktuellen Zahlen signalisiert bei den für die Inflationserwartungen der privaten Haushalte zentralen Komponenten einerseits spürbar steigende Lebensmittelpreise und anderseits eher leicht fallende Benzinpreise.»

Thomas Gitzel, Chefökonom VP Bank: 

«Eines vorweg: Die US-Inflationsrate muss mit ‌gewisser Vorsicht genossen werden. Die Schliessung ‌vieler US-Bundesbehörden von Anfang Oktober bis Mitte November haben noch immer erheblichen Einfluss auf die Messung der Verbraucherpreise. Im Oktober wurden keine Daten erfasst und im November nur teilweise. Somit bleibt auch die Preismessung im Dezember verzerrt. Statt ⁠sich auf verzerrte Details zu konzentrieren, sollte bei der Interpretation der Inflationsdaten auf das grosse Bild geachtet werden. Dieses lautet: Der grosse Inflationsschub aufgrund der höheren ​Zölle blieb bislang aus. Dies gilt insbesondere auch mit ‌Blick auf die Preisentwicklung ohne die volatilen ‍Energie- und Nahrungsmittelpreise (Kernrate). Die Kernteuerung liegt gegenüber dem November bei 0,2 Prozent und damit unter ​den Erwartungen von 0,3 Prozent. Gleichwohl sollte auch die Kerninflationsrate mehr als Schätzwert aufgefasst werden. Sollte auch weiterhin kein nennenswerter Preiseffekt aufgrund der verhängten Zölle sichtbar ‌werden, hat die Fed grünes Licht für weitere ⁠Zinssenkungen. Zunächst dürften die Notenbanker aber zuwarten. ‌Dies bedeutet, dass die Zinsen auf der nächsten Notenbanksitzung Ende Januar konstant bleiben.»

Bastian Hepperle, Hauck Aufhäuser Lampe:

«Kein weiterer Inflationsfortschritt. Die Einschätzung der tatsächlichen Inflationsentwicklung ist und bleibt aber schwierig. Als Folge des Government Shutdowns werden ​die Inflationsdaten noch einige Zeit verzerrt sein. Auf Basis ‍der vorliegenden Inflations- und Arbeitsmarktdaten besteht für die Fed kein Handlungsdruck. US-Präsident Trump dürfte deshalb weiterhin scharfe Attacken gegen Fed-Chef Powell fahren.»

Christoph Balz, Commerzbank:

«Insgesamt geht die Inflation trotz des Zollschocks eher zurück. Die Inflation wird die US-Notenbank daher wohl nicht von Zinssenkungen abhalten. Den nächsten Schritt erwarteten wir auf der übernächsten Sitzung im März.»

(cash/Reuters)