Das sind die besten SMI-Dinosaurier

Mit dem Fall der Berliner Mauer eröffneten sich neue Perspektiven für die Finanzmärkte. Mit welchen SMI-Aktien haben Anleger seither am meisten verdient? cash blickt zurück auf ein Stück Schweizer Börsengeschichte.
13.10.2014 01:01
Von Ivo Ruch
Am Schweizer Aktienmarkt sind mehrere Urgesteine auszumachen.

Am 9. November ist es 25 Jahre her, seit in Berlin die Mauer fiel. Mit dem Ende des Kalten Krieges und der Annäherung zwischen Ost und West wurde nicht zuletzt auch die Öffnung der Finanzmärkte vorangetrieben. An der Schweizer Börse folgte darauf ein Höhenflug, der bis 1998 andauerte. Unter dem Strich erwirtschaftete der 1988 gegründete Swiss Market Index (SMI) bis heute zwar eine Rendite von rund 360 Prozent. Doch verschiedene weltwirtschaftliche Krisen sorgten wiederholt für Kursstürze, wie am Verlauf des Leitindex ablesbar ist.

SMI-Entwicklung 1989-2014, Quelle: SIX Financial Information

So hinterliessen die Russland- und Asienkrise (1998/1999), das Platzen der Dotcom-Blase (2000), die Terroranschläge auf das World Trade Center (2001) oder aber die Banken- und Finanzkrise (ab 2007) tiefe Spuren. Letztere löste die heftigste SMI-Korrektur der letzten 25 Jahre aus. Nach einem fulminanten Anstieg auf das Allzeithoch Anfang Juni 2007 bei 9546 Punkten sackte der SMI in den folgenden Monaten auf 4235 Punkte ab.

Auch die Zusammensetzung des SMI hat sich seit dem Herbst 1989 verändert. Von den 20 heute im Schweizer Leitindex gelisteten Unternehmen waren damals bloss deren sechs unter – mehr oder weniger - gleichem Namen dabei: Credit Suisse, Holcim (ehemals Holderbank), Nestlé, Roche, Swiss Re und Zurich. Andere Firmen wie ABB, Adecco, Givaudan, Novartis, Syngenta oder UBS entstanden im Laufe der Zeit durch Fusionen oder Abspaltungen.

Banken in den Miesen

Nur ein SMI-Titel verschwand gänzlich von der Bildfläche: Swissair. Im Sommer 1998 hatte eine Aktie der Fluggesellschaft noch 500 Franken gekostet. Nach dem Grounding im Herbst 2001 war die Aktie auf weniger als zwei Franken abgestürzt. Für Privatanleger bedeutete dies ein Totalverlust. Besass man weniger als 50 Anteilsscheine, waren die Transaktionskosten höher als allfällige Verkaufserlöse.

Aber auch unter SMI-Urgesteinen, die noch am Leben sind, gibt es Enttäuschungen. Dazu gehören die Aktien der beiden Grossbanken CS und UBS. Aktuell blicken die Institute auf 25-Jahres-Gewinne von 29 respektive 38 Prozent zurück. Das zeigen Daten von SIX Financial Information, die cash zur Verfügung gestellt wurden. Vor dem Ausbruch der Finanzkrise notierten die Banken-Titel noch auf Allzeithochs (siehe Tabelle). Darauf folgte aber der jähe Absturz.

Bei den zyklischen Titeln ABB und Adecco sind die konjunkturellen Auf und Abs der letzten Jahre deutlich sichtbar. Das aus der Fusion der schwedischen ASEA und der schweizerischen BBC entstandene Industrieunternehmen ABB konnte den adjustierten Aktienkurs seit 1989 von 12 auf 20 Franken steigern – ein Gewinn von 61 Prozent. Der Personaldienstleister Adecco, ein Zusammenschluss von Adia Interim und der französischen Ecco, muss hingegen ein Minus von 161 Prozent hinnehmen.

Sitzleder lohnt sich - meistens

Anleger fuhren am besten, wenn sie auf die als defensiv bekannten Pharma- und Nahrungsmittel-Aktien von Nestlé, Novartis (Fusion zwischen Ciba-Geigy und Sandoz) und Roche (früher Hoffmann-La Roche) setzten. Wer in den letzten 25 Jahren Sitzleder bewiesen hat, konnte eine Rendite - die Dividenden nicht mit eingerechnet - von rund 1500 (Roche), 860 (Novartis) oder 768 Prozent (Nestlé) einfahren.

Die Anlagestrategie "Buy and Hold" - Wertpapiere über eine sehr lange Zeitspanne halten und nicht verkaufen – hat sich also nicht bei allen SMI-Titeln gleich gelohnt. Allerdings zeigt der Blick zurück auch: Wer während heftigen Krisenzeiten seinen Aktien treu geblieben ist, verlor nur in wenigen Fällen Geld und profitierte in der Regel von konstanten Dividendenausschüttungen.

 

Die besten SMI-Titel der letzten 25 Jahre

Titel Performance 25 Jahre, in % Stand 10.11.89, in CHF Höchster Schlussstand Tiefster Schlussstand Stand 10.10.14, in CHF
Roche 1472 16,8 283,3 (24.9.14) 15,7 (28.9.90) 264,1
Novartis 860 8,8 90,2 (30.9.14) 7,2 (26.11.90) 84,5
Nestlé 768 7,9 71,7 (4.9.14) 6,6 (26.9.90) 68,6
Holcim 234 18,8 126,4 (9.7.07) 12 (21.1.91) 62,8
Swiss Re 201 24,5 201,9 (21.7.98) 12,1 (9.3.09) 73,8
ABB 61 12,2 40,3 (4.2.00) 1,2 (23.10.02) 19,7
UBS 38 11,2 71,1 (1.6.07) 7,5 (8.1.91) 15,4
CS 29 19,7 92,7 (30.4.07) 11 (14.1.91) 25,4
Adecco -162 158,4 164,2 (30.11.89) 8,3 (13.5.93) 60,6

Quelle: SIX Financial Information, Stand: 10.10.2014