Der Umsatz nahm wegen des Gegenwinds vom starken Franken um 0,6 Prozent auf 1,10 Milliarden Franken ab, wie der Spezialist für systemkritische Elastomer-Komponenten Dätwyler am Donnerstag mitteilte. Währungsbereinigt ergab sich hingegen ein organisches Plus von 3,1 Prozent.

Dabei hat sich das Wachstumstempo im zweiten Semester wieder beschleunigt. Im ersten Halbjahr lag das organische Wachstum lediglich bei 1,3 Prozent.

Von den beiden Bereichen verzeichnete Healthcare Solutions eine organische Zunahme des Umsatzes um 8,1 Prozent auf 462,7 Millionen Franken. Die grössere Division Industrial Solutions verzeichnete hingegen unter Ausklammerung der Währungseffekte einen stabilen Umsatz von 642,8 Millionen.

Der operative Gewinn (EBIT) legte um 15,7 Prozent auf 136,6 Millionen Franken zu und die entsprechende bereinigte Marge um 1,7 Prozentpunkte auf 12,4 Prozent. Hier half unter anderem der Wegfall von Einmalkosten für das laufende Restrukturierungsprogramm aus dem Vorjahr. Die Profitabilität profitierte indes auch von Skaleneffekten im Healthcare-Geschäft, einem verbesserten Produktmix sowie ersten Ergebnisbeiträgen aus dem Transformationsprogramm «ForwardNow». 

Unter dem Strich blieb Dätwyler ein Reingewinn von 80,8 Millionen Franken, entsprechend einer Steigerung um gut 17 Prozent. Die Dividende soll dennoch bei 3,20 Franken je Inhaberaktie und 0,64 Franken je Namenaktie stabil gehalten werden.

Ziele für Transformationsprogramm realistisch

Das Transformationsprogramm «ForwardNow» verläuft laut der Mitteilung planmässig und zeigt bereits erste Wirkung. Die angestrebten Ergebnisbeiträge seien weiterhin realistisch. Während des dreijährigen Programmzeitraums rechnet die Konzernspitze bekanntlich mit kumulierten Ergebnisverbesserungen von rund 52 Millionen Franken.  

Dätwyler habe 2025 wichtige operative Fortschritte erzielt und die Profitabilität deutlich verbessert, lässt sich CEO Volker Cwielong in der Mitteilung zitieren. Zudem sei die Projektpipeline mit einem höheren Anteil hochwertiger Produkte und Dienstleistungen weiterentwickelt worden.

Für das Gesamtjahr macht Dätwyler keine konkrete Prognose. Das Unternehmen zeigt sich indes zuversichtlich, 2026 Umsatz und Profitabilität kontinuierlich steigern zu können. Zentraler Treiber dabei bleibe die Division Healthcare.

Veränderung im Verwaltungsrat

Der Industriekonzern Dätwyler steht zudem vor Veränderungen im Verwaltungsrat. Der langjährige Präsident und frühere CEO Paul Hälg will auf die Generalversammlung von 2027 hin zurücktreten. Bis dahin wird er noch das Transformationsprogramm «FowardNow» begleiten.

Sein Nachfolger als Präsident soll Jens Breu werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Als langjähriger CEO der SFS Gruppe kenne er die Zielmärkte von Dätwyler und sei auch mit den strategischen Fragestellungen eines globalen Komponentenzulieferers vertraut. Breu ist seit 2019 Mitglied des Verwaltungsrats von Dätwyler.

Darüber hinaus werden auf die kommende GV im Frühjahr Jürg Fedier nach elf Jahren und Gabi Huber nach dreizehn Jahren altersbedingt aus dem Verwaltungsrat zurücktreten.

Sie sollen durch die Zuwahl von Stephanie Bregy und Christian Holzgang ersetzt werden. Bregy ist seit 2019 Group General Counsel der SBB und war zuvor auch schon für Novartis tätig. Holzgang ist seit 2024 CEO der Amsonic-KKS Gruppe.

(AWP)