Das chinesische KI-Startup DeepSeek will Insidern zufolge seine Abhängigkeit von grossen Chipkonzernen durch die Entwicklung eigener ‌Spezialprozessoren verringern. ⁠Die geplanten Halbleiter würden für die Nutzung bereits trainierter ⁠Modelle ausgelegt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Dienstag. Daraufhin ‌fielen die Aktien von Nvidia, dem weltgrössten ‌Anbieter von KI-Prozessoren, im vorbörslichen Handel ​an der Wall Street um zwei Prozent.

Nvidia darf seine leistungsstärksten KI-Chips auf Anordnung der US-Regierung nicht nach China liefern. Dies soll den militärischen und technologischen Aufstieg der Volksrepublik bremsen. Viele chinesische ‌KI-Entwickler weichen daher auf Prozessoren von Huawei aus. Der chinesische Konzern beherrscht inzwischen rund die Hälfte des dortigen, insgesamt etwa 50 ​Milliarden Dollar schweren Marktes. Neben DeepSeek arbeiten jedoch ​auch andere Technologiekonzerne wie Alibaba oder ​Baidu an eigenen KI-Prozessoren. Auch westliche Konzerne wie Amazon, Google oder OpenAI entwickeln ‌eigene Chips oder greifen auf Produkte von Anbietern wie Qualcomm zurück.

Durch die wachsende Verbreitung von KI-Anwendungen gewinnen Chips, die für die ​Nutzung ​dieser Programme optimiert sind, ⁠an Bedeutung. Sie verbrauchen weniger Strom als ​die für das KI-Training ⁠benötigten Hochleistungsprozessoren. Die Entwicklung neuer Halbleiter ist jedoch technologisch ‌anspruchsvoll und teuer. Zudem bleibt chinesischen Unternehmen wegen der US-Sanktionen der Zugang zu hochmodernen Fertigungsanlagen verwehrt. Hochleistungsspeicher westlicher Anbieter ‌dürfen sie ebenfalls nicht erwerben.

(Reuters)