Die jüngste Erholung von Bitcoin zeigt auffällige Parallelen zur Entwicklung nach der russischen Ukraine-Invasion 2022: Auch damals kletterte die Kryptowährung nach einem geopolitischen Schock über ihren exponentiell gleitenden 50-Wochen-Durchschnitt - genau wie jetzt nach der US-Militärintervention in Venezuela.
Doch während die Rallye 2022 schnell versandete und ein Bärenmarkt folgte, sprechen diesmal mehrere Faktoren für eine nachhaltigere Erholung. Bitcoin setzt damit seine Aufwärtsbewegung von den Tiefstständen Ende Dezember fort. Derzeit notiert der Kurs bei 93'775 US-Dollar.
Bessere Rahmenbedingungen als 2022
Der entscheidende Unterschied: Das makroökonomische Umfeld hat sich grundlegend gewandelt. Während 2022 die aggressive Straffungspolitik der US-Notenbank die Märkte belastete, ist für 2026 eine geldpolitische Lockerung der Fed eingepreist.
Auch die technischen Indikatoren zeigen ein anderes Bild: Die wöchentliche Stochastik - ein Indikator zur Erkennung von Trendwenden - deutet auf eine Umkehr nach oben hin. 2022 fehlten solche längerfristigen Momentum-Signale.
Aufholjagd gegenüber Gold
Bitcoin könnte zudem seine Schwäche gegenüber Edelmetallen wettmachen. Ende 2024 blieb die als «digitales Gold» bezeichnete Kryptowährung hinter dem Goldpreis zurück. Diese Underperformance könnte vor einem Wendepunkt stehen: Das Bitcoin-Gold-Verhältnis steigt tendenziell, sobald der Relative-Stärke-Index die untere Schwelle von 30 erreicht und wieder darüber klettert - ein Muster, das bereits 2018 und 2022 zu beobachten war.
Skeptische Stimmen bleiben
Trotz der positiven Signale warnt Mike McGlone, Stratege bei Bloomberg Intelligence, vor zu viel Optimismus. Er sieht die meisten Szenarien für Bitcoin 2026 als ungünstig: «Im besten, aber unwahrscheinlichen Fall verhält er sich wie digitales Gold und übertrifft das Beta auf dem Weg nach unten», schrieb er. «Er ist reif dafür, seinen engen Käfig zu verlassen.»
Optionshändler lassen sich davon nicht beirren und setzen auf eine Rückkehr zur 100'000-Dollar-Marke, da sie auf eine Rückkehr der Anleger zu digitalen Assets hoffen.
Saisonalität und ETF-Zuflüsse als Rückenwind
Weitere Unterstützung kommt von der Saisonalität: In den vergangenen fünf Jahren legte Bitcoin im ersten Quartal typischerweise zu, wobei Februar und März durchschnittlich um mehr als 15 Prozent stiegen.
Auch die Zuflüsse in Spot-Krypto-ETFs signalisieren wieder Interesse: Der iShares Bitcoin Trust ETF verzeichnete vergangene Woche Nettozuflüsse von rund 324 Millionen Dollar, insgesamt flossen in Spot-Krypto-Fonds 618 Millionen Dollar. Dies begrenzte die Gesamtabflüsse des Vormonats auf 526 Millionen Dollar.
(Bloomberg/cash)
