Die Titel stiegen im vorbörslichen Handel an der Wall Street um fast 44 Prozent auf ein Rekordhoch von 439,12 Dollar. Das ist der grösste Kurssprung der Firmengeschichte. Die US-Rivalen Hewlett Packard Enterprise (HPE) und Super Micro Computer (SMCI) gewannen bis zu 16 Prozent. In Hongkong verbuchten die Titel von Lenovo mit einem Plus von 22 Prozent den grössten Tagesgewinn seit fast 18 Jahren. Der europäische Technologie-Index rückte 1,2 Prozent vor.
Wegen der rasant steigenden Nachfrage nach Hochleistungsrechnern für Künstliche Intelligenz (KI) hob Dell seine Prognosen für den Umsatz mit diesen Produkten um 20 Prozent auf 60 Milliarden Dollar an. Die Konzernerlöse würden 2026/2027 voraussichtlich zwischen 165 und 169 statt 138 und 142 Milliarden Dollar liegen, teilte der Konzern bei der Vorlage seiner Quartalszahlen am Donnerstagabend mit. Beim bereinigten Gesamtjahresgewinn stellte der Konzern 17,90 Dollar je Aktie in Aussicht. Bislang hatte er 12,90 Dollar angepeilt. Im abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Dell 113,5 Milliarden Dollar beziehungsweise 10,30 Dollar je Aktie erwirtschaftet.
«Wir erhöhen unsere Preise fast täglich», sagte Jeff Clarke, der bei Dell das Tagesgeschäft verantwortet, in einer Telefonkonferenz. «In dem aktuellen, von Inflation geprägten Umfeld ist keine Besserung der Lage in Sicht.» Weil das Angebot mit der Nachfrage nicht Schritt halten kann, haben sich die Preise für Speicherchips in den vergangenen Monaten vervielfacht. Inzwischen gibt es auch Engpässe bei Server-Prozessoren. Insidern zufolge müssen einige Kunden der Chipkonzerne Intel und AMD bis zu sechs Monate auf Bestellungen warten.
Die Infrastruktur-Sparte - also Speicher, Software und Server - war auch der Hauptgrund für das überraschend starke Ergebnis im ersten Quartal. Dieser Geschäftsbereich verdreifachte seine Erlöse nahezu auf 29 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz kletterte um 88 Prozent auf 43,8 Milliarden Dollar, und der Überschuss fiel mit 4,86 Dollar je Aktie fast doppelt so hoch aus wie erwartet.
(Reuters)

