Die Aktien von Kühne+Nagel sind ein Beispiel. Sie sind aktuell nur noch halb so viel wert wie im Spätsommer 2021. In dieser Zeitspanne ging der ausserordentlich hohe Gewinn im Nachgang zur Corona-Pandemie von 2,8 Milliarden Franken im Jahr 2022 auf 925 Millionen Franken im vergangenen Geschäftsjahr zurück. 

Der Logistikkonzern ist eines der an der hiesigen Börse kotierten Schweizer Familienunternehmen, die durch eine Aktionärsfamilie wesentlich kontrolliert werden. Weitere solche Unternehmen sind Roche, Ems Chemie, Swatch, Stadler und Ypsomed. Total zählt die Bank Vontobel 34 Familienunternehmen am Schweizer Aktienmarkt.

Und diese Gruppe hatte laut einer kürzlich vorgestellten Studie zuletzt eine schwierige Phase durchgemacht: «Tatsächlich haben die Familienunternehmen in unserem Universum seit 2022 mit einer kumulativen Unterperformance von 25 Prozent ihre schwächste Periode seit 2004 erzielt», schreiben der zuständige Vontobel-Experte Arben Hasanaj und seine Kollegen.

Auf längere Sicht schneiden die Familienunternehmen aber noch immer besser ab als die Unternehmen, hinter denen keine einflussreiche Familie steht. Die Analysten beobachten eine durchschnittliche Gesamtaktionärsrendite - Aktienkursentwicklung plus Dividende - von 12,7 Prozent pro Jahr im Zeitraum von 2004 bis 2025. Das sind 1,5 Prozentpunkte mehr als die Gesamtaktionärsrendite der Nicht-Familienunternehmen. Diese liegt über den gleichen Zeitraum hinweg bei 11,2 Prozent pro Jahr.

Dass der Vorsprung der Familienunternehmen in der jüngeren Vergangenheit geschmolzen ist, zeigt ein Blick auf die Performance der Jahre 2004 bis 2023 - also die Langfristbetrachtung ohne die Jahre 2024 und 2025. Die Gesamtaktionärsrendite der Familienunternehmen betrug dann 13,7 Prozent pro Jahr, jene der Nicht-Familienunternehmen 11,4 Prozent pro Jahr. Das macht einen Unterschied von 2,3 Prozentpunkten über die Jahre 2004 bis 2023 hinweg -  er ist 80 Basispunkte oder 0,8 Prozentpunkte grösser als in den Jahren 2004 bis 2025.

Die Überperformance sei geblieben, die Familienunternehmen befänden sich aber auf einer Durststrecke, halten die Vontobel-Analysten fest.

Dabei gibt es auch Firmen wie Belimo, welche die Bank Vontobel zu den Familienunternehmen zählt und die gerade in den letzten Jahren sehr stark gewesen sind. Die Aktien des Klimaspezialisten sind im Nachgang zu den Jahreszahlen 2025 zwar zurückgegangen. Sie waren zuvor jedoch deutlich gestiegen, von rund 500 Franken im Spätsommer 2021 auf über 900 Franken kurz vor der Bekanntgabe des Ergebnisses 2025. Zugleich ist die Dividende von 8,50 auf 10,00 Franken je Aktie gewachsen.

Reto Zanettin
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