Einer am Freitag veröffentlichten Studie ‌der ⁠Beratungsgesellschaft EY zufolge sank der Gewinn der drei deutschen Konzerne Volkswagen, Mercedes-Benz und BMW ⁠im ersten Quartal um 23 Prozent. Zugleich konnten die US-Konzerne ihren Überschuss um 83 Prozent steigern. Auch ‌beim Umsatz verzeichneten die deutschen Autobauer als einzige einen ‌Rückgang von vier Prozent, während etwa ​die Hersteller aus den USA um fünf Prozent und die japanische Konkurrenz um vier Prozent zulegten.

Die Profitabilität der gesamten Branche steht unter Druck. Die durchschnittliche Marge der 19 grössten Autokonzerne sank auf 3,5 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Wert ‌seit dem Corona-Jahr 2020. «Die Krise ist gerade für die deutschen Autokonzerne längst noch nicht überwunden», sagte Constantin M. Gall, Branchenexperte bei EY. Die deutsche Autoindustrie befinde sich in einem ​tiefgreifenden Strukturwandel. «Wegfallende Auslandsmärkte, teure Überkapazitäten, hohe Software-Investitionen und ein langsamer Hochlauf ​der Elektromobilität belasten die Ergebnisse», so Gall.

Im Ranking ​der profitabelsten Autokonzerne belegt der japanische Hersteller Suzuki der Studie zufolge mit einer Marge von 10,9 ‌Prozent den Spitzenplatz, gefolgt vom US-Branchenprimus General Motors (9,4 Prozent) und Kia (7,5 Prozent) aus Südkorea. BMW kommt mit 6,5 Prozent auf Rang vier, Mercedes-Benz liegt mit 6,0 Prozent auf ​Platz ​sechs, Volkswagen mit 3,3 Prozent auf Rang ⁠13.

Als Bremsklotz erweist sich zunehmend das Geschäft ​in China. Dort brach der ⁠Absatz der deutschen Konzerne um 16 Prozent ein. «Von der Cashcow zum Sorgenkind: ‌China bleibt eines der grössten Probleme für die deutschen Konzerne», erklärte Gall. Zudem erschwert ein schwieriges globales Umfeld die Lage der Hersteller. «Geopolitische Spannungen, ‌Nationalismus, Handelsschranken und wechselnde politische Präferenzen für die eine oder andere ​Antriebstechnologie prägen das Umfeld», sagte Gall. Die deutschen Konzerne befänden sich in einer sehr schwierigen Lage, da sie nicht mehr von einem freien Welthandel profitieren könnten.

(Reuters)