Die Ausfuhren von Pkw und Autoteilen sanken 2025 zum Vorjahr um rund ein Drittel, wie aus einer am Dienstag veröffentlichten Studie des arbeitgebernahen Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hervorgeht. Seit dem Höchststand 2022 habe sich das Geschäft mit der Volksrepublik sogar mehr als halbiert. Damals exportierten die Hersteller noch Waren im Wert von fast 30 Milliarden Euro, während es 2025 weniger als 14 Milliarden Euro waren.
Auch andere deutsche Schlüsselindustrien sind der Studie zufolge betroffen. So habe der Maschinenbau die Automobilindustrie zwar als wichtigste Exportbranche für China abgelöst, doch auch hier gingen die Ausfuhren 2025 um fast zehn Prozent zurück. Der deutsche Exportüberschuss in der Branche sank von einem Rekordwert von 10,5 Milliarden Euro 2018 auf weniger als drei Milliarden Euro. Die metallverarbeitende Industrie verzeichnete bei ihren Ausfuhren nach China ein Minus von fast 13 Prozent. Gleichzeitig stiegen die Einfuhren von Metallerzeugnissen aus China nach Deutschland um knapp 13 Prozent.
«Die starken Exportrückgänge bei gleichzeitig steigenden Importen sind kein normaler Konjunktureffekt, sondern auch das Ergebnis massiver Wettbewerbsverzerrungen», sagte IW-Handelsexperte Jürgen Matthes. Bundeskanzler Friedrich Merz müsse das Thema bei seiner bevorstehenden China-Reise klar ansprechen. Er dürfe dies nicht aus Sorge vor Gegenwind aus Peking ausklammern.
Wenn sich an den unfairen Praktiken nichts ändere, sei Europa gezwungen, Ausgleichszölle einzuführen, erklärte Matthes weiter. China sei wegen seiner schwächelnden Wirtschaft auf den europäischen Markt angewiesen und erziele hier hohe Gewinne. «Das ist ein Hebel – auch bei den Verhandlungen über eine verlässliche Versorgung mit kritischen Rohstoffen und seltenen Erden», sagte der Experte.
(Reuters)

