Unter dem Strich und nach Minderheiten blieb den Aktionären der Deutschen Bank im vergangenen Jahr ein Nettogewinn von 6,12 Milliarden Euro, mehr als doppelt so viel wie die 2,7 Milliarden Euro aus dem Vorjahr, wie Deutschlands grösstes Geldhaus am Donnerstag mitteilte. Die Summe lag auch über den Erwartungen der ​Analysten, die im Schnitt mit 5,94 Milliarden Euro gerechnet hatten. Damit schloss die Deutsche Bank das ‌sechste Jahr in Folge mit einem Gewinn ab. 

«Wir haben nicht nur unsere ambitionierten Ziele erreicht - wir haben Massstäbe gesetzt», bilanzierte Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing in einem Brief an die Mitarbeiter. Die Bilanz wird allerdings von neuen Geldwäsche-Ermittlungen gegen das Bankhaus überschattet. Das Geldhaus werde sich davon nicht von seinem Weg abbringen lassen, unterstrich Sewing. In das Jahr 2026 sei die Bank gut gestartet, sagte der scheidende Finanzchef James von Moltke einer Mitteilung ⁠zufolge.

Die Erträge legten im vergangenen Jahr - wie von Analysten erwartet - auf 32 (Vorjahr: 30) Milliarden Euro zu. Im laufenden Jahr sollen sie nun rund 33 Milliarden Euro erreichen. Die Aktionäre sollen für 2025 eine Dividende von einem Euro je Aktie erhalten, nach 68 Cent je Aktie im Jahr ​zuvor. Zudem hat die Bank die aufsichtsrechtlichen Genehmigungen für weitere Aktienrückkäufe im Volumen von einer Milliarde Euro ‌erhalten.

Die Deutsche Bank will sich aber nicht auf diesen Kennzahlen ausruhen - schliesslich hat ‍Sewing das langfristige Ziel ausgegeben, europäischer Champion zu werden. Im November hatte er angekündigt, die Erträge bis 2028 auf rund 37 Milliarden Euro steigern zu wollen, die Eigenkapitalrendite ​nach Steuern soll auf mehr als 13 Prozent klettern. Die Aufwand-Ertrag-Relation soll bis 2028 unter 60 Prozent sinken. Im vergangenen Jahr rangierte die Deutsche Bank hier bei 64 Prozent.

Zum Vergleich: Die kleinere Commerzbank peilt für 2025 eine Aufwand-Ertragsquote von rund 57 Prozent an. Europäische Grossbanken schneiden im Durchschnitt ‌deutlich besser ab als die beiden deutschen Institute - bei der Konkurrenz lag die ⁠Quote nach EBA-Daten zuletzt im Mittel bei 53 Prozent. Die Deutsche Bank habe «eine starke ‌Ausgangsbasis, um auch unsere künftigen Ziele weiterhin konsequent zu verfolgen», sagte von Moltke.

Im vergangenen Jahr verzeichneten alle vier Geschäftsbereiche der Deutschen Bank im Vergleich zum Vorjahr ein zweistelliges Gewinnwachstum. ‍Die Investmentbank konnte den Vorsteuergewinn dabei um 20 Prozent auf vier Milliarden Euro steigern, in der Privatkundenbank legte er sogar um 95 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro zu. Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft verringerte sich zudem insgesamt um sieben Prozent ​auf 1,7 Milliarden Euro.

«Wir wissen, wo wir hin wollen, und von diesem Weg werden wir uns nicht ‍abbringen lassen», schrieb Sewing: «Daran ändert auch die gestrige Massnahme der Staatsanwaltschaft Frankfurt nichts.»

Räume der Bank waren wegen des durchsucht worden. Das Geldhaus war in den vergangenen Jahren immer wieder mit dem Vorwurf der Geldwäsche konfrontiert worden. Die Finanzaufsicht BaFin hatte dem Institut sogar Prüfer ins Haus geschickt.

(Reuters)