"Die Angreifer werden immer professioneller und sind häufiger im organisierten Verbrechen zu finden, wobei die Abgrenzung zwischen kriminellen Banden und staatlich gesteuerten Gruppen zunehmend schwerfällt", sagte der Präsident des Digitalverbandes, Achim Berg, am Mittwoch in Berlin. In einer Umfrage des Bitkom unter mehr als 1000 Firmen aus allen Branchen sind organisierte Gruppen mittlerweile auf Rang eins zu finden. "Gerade Attacken aus Russland und China sind zuletzt sprunghaft angestiegen."
Geschätzt ist den Unternehmen ein Schaden von 203 Milliarden Euro entstanden. Sie wurden zu Beginn des Jahres zu ihren Fällen in den vergangenen zwölf Monaten befragt. In der Umfrage ein Jahr früher lag der Schaden noch auf dem Rekordwert von 223 Milliarden Euro. "Das ist kein Grund zur Entwarnung", so Berg. Vor allem Betreiber kritischer Infrastruktur seien zunehmend im Fokus. Vor einigen Jahren sei der jährliche Schaden zudem erst halb so hoch gewesen.
84 Prozent der Firmen gaben an, von Cyber-Angriffen - Spionage, Sabotage oder Diebstahl - betroffen gewesen zu sein. Neun Prozent waren wahrscheinlich betroffen. Bei 61 Prozent der Betriebe wurden sensible Daten entwendet. "Man kann sich natürlich schützen", so Berg. Unternehmen müssten dafür aber investieren. Große Konzerne seien hier deutlich weiter als der Mittelstand. Keinesfalls sollten Lösegelder gezahlt werden. Auch dann kämen gestohlene Daten meist nicht vollständig zurück.
(Reuters/cash)
