Die deutschen Importpreise legten ⁠um 6,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat zu, wie das Statistische ⁠Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Im Mai hatte es mit 6,8 Prozent den stärksten Anstieg seit ‌dreieinhalb Jahren gegeben. Von Mai auf Juni fielen ‌die Einfuhrpreise um 0,7 Prozent, weil ​etwa Benzin und Diesel günstiger zu haben waren.

Zugleich konnten die deutschen Exporteure die stärksten Preiserhöhungen seit fast dreieinhalb Jahren durchsetzen. Die Ausfuhrpreise stiegen im Juni um 3,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Dies war der stärkste ‌Anstieg seit Februar 2023.

Auch diesmal steckt ein sprunghafter Anstieg der Energiepreise hinter den höheren Importkosten: Diese legten um 23,9 Prozent zu. Dabei zogen die Importpreise ​für elektrischen Strom (+70,8 Prozent), Mineralölerzeugnisse (+36,0 Prozent), Erdöl (+32,1 Prozent), Steinkohle (+12,1 Prozent) und ​Erdgas (+8,3 Prozent) deutlich an. Billiger wurden ​dagegen viele landwirtschaftliche Güter aus dem Ausland bezogen. Die Preise für Rohkakao etwa fielen um ‌42,4 Prozent. Rohkaffeeimporte kosteten 7,2 Prozent weniger als vor einem Jahr, Getreide verbilligte sich um 4,4 Prozent.

Da die deutsche Wirtschaft viele Vorprodukte und Rohstoffe aus dem ​Ausland ​bezieht, wirken sich die Einfuhrpreise früher oder ⁠später auch auf die allgemeine Inflation ​aus. Im Juni stiegen die ⁠Verbraucherpreise allerdings nur noch um 2,3 Prozent zum Vorjahresmonat, nachdem die Ölpreise ‌gesunken waren. Zudem hatte die Bundesregierung einen Tankrabatt eingeführt, um Verbraucher wie Unternehmen zu entlasten. Dieser ist inzwischen ausgelaufen, weshalb für ‌Juli eine höhere Inflationsrate erwartet wird.

Der Ende Februar begonnene Krieg ​der USA und Israels gegen den Iran hat die Weltmarktpreise für Öl und Gas in die Höhe getrieben. Die Kämpfe sind zuletzt wieder aufgeflammt.

(Reuters)