Das Neugeschäft der deutschen Industrieunternehmen stieg im Februar um 0,9 Prozent ‌zum ⁠Vormonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch mitteilte. Von der Nachrichtenagentur Reuters ⁠befragte Ökonomen hatten allerdings mit plus 2,0 Prozent gerechnet. Im Januar hatte es mit ‌11,1 Prozent noch den stärksten Einbruch seit rund ‌zwei Jahren gegeben. Klammert man Grossbestellungen ​aus, lagen die Aufträge im Februar mit 3,5 Prozent im Plus.

«Das ist ein schöner Zuwachs, der wegen des Iran-Kriegs aber kaum Wert hat», kommentierte Chefvolkswirt Alexander Krüger von der Hauck Aufhäuser Lampe Privatbank. So ‌beziehe sich der Auftragsanstieg auf Februar, als im Iran noch nicht Krieg geführt worden sei. Die Unsicherheit durch den Konflikt dürfte Unternehmen im März bei ​der Auftragsvergabe bereits gehemmt haben. «Wegen des Energiepreisschocks bedarf es ​zudem neuer Preiskalkulationen.» Ob sich die geopolitische Lage ​nun nach der für zwei Wochen geplanten Feuerpause wirklich beruhige, und die für die ‌Energieversorgung wichtige Strasse von Hormus freikomme, bleibe abzuwarten. «Klar ist, dass die Industrie in diesem Jahr einen deutlich höheren Rohölpreis zu verarbeiten hat», sagte der Analyst. ​Das ​schmälere die positiven Impulse, die ⁠vom Fiskalpaket der Bundesregierung mit Mehrausgaben für Infrastruktur und ​Verteidigung eigentlich ausgehen ⁠sollten.

Die Aufträge in der Industrie seien derzeit weiter schwankend, erklärte das ‌Bundeswirtschaftsministerium. Der sei August 2025 aufwärts gerichtete Trend setzte sich zwar verhalten fort. «Diese positive Entwicklung dürfte jedoch infolge des Energiepreisschocks im ‌Zusammenhang mit dem eskalierten Konflikt im Nahen Osten temporär ​gedämpft werden.»

Der Iran-Krieg sorgt seit gut einem Monat für grosse Unsicherheit und hat die Energiepreise in die Höhe getrieben.