Waren und Dienstleistungen verteuerten sich in Deutschland nur ‌noch ⁠um durchschnittlich 1,9 Prozent zum Vorjahresmonat, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch eine frühere ⁠Schätzung bestätigte. Im Januar war die Teuerungsrate noch auf 2,1 Prozent geklettert, nachdem sie im Dezember ‌mit 1,8 Prozent auf den niedrigsten Wert seit mehr als ‌einem Jahr gefallen war.

Für Energie mussten ​Verbraucher 1,9 Prozent weniger bezahlen als ein Jahr zuvor (Januar: -1,7 Prozent). Verbraucher profitierten etwa von günstigeren Preisen für Erdgas (-4,4 Prozent), Strom (-4,1 Prozent) und Fernwärme (-1,0 Prozent), nachdem die Gasumlage abgeschafft und die Netzentgelte gesenkt wurden. Kraftstoffe verteuerten sich um 0,3 Prozent. «Die Kriegshandlungen im Iran ‌und dem Nahen Osten seit dem 28. Februar 2026 haben sich noch nicht auf das Februar-Ergebnis der Verbraucherpreise ausgewirkt», so die Statistiker. Seither sind die Weltmarktpreise für Öl ​und Gas stark gestiegen. Die Verbraucher spüren das beim Tanken: An ​den Zapfsäulen kosten Benzin und Diesel deutlich mehr ​als zwei Euro je Liter. Ökonomen rechnen deshalb mit einem Inflationsanstieg im März.

Die Preise für ‌Nahrungsmittel zogen im Februar nur noch um 1,1 Prozent an (Januar: +2,1 Prozent). Billiger wurden etwa Butter (-32,9 Prozent), Olivenöl (-12,8 Prozent), Kartoffeln (-18,1 Prozent) und Molkereiprodukte (-4,9 Prozent). Dagegen kosteten Eier 14,5 Prozent mehr ​als ​im Februar 2025. Preistreiber blieben die Dienstleistungen: ⁠Sie verteuerten sich erneut um 3,2 Prozent zum ​Vorjahresmonat. Experten machen hierfür steigende ⁠Löhne mitverantwortlich. Viele Unternehmen dürften höhere Lohnkosten an ihre Kunden weitergeben. Die Teuerungsrate ohne ‌Nahrungsmittel und Energie, die sogenannte Kerninflation, blieb bei 2,5 Prozent.

Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt in der Währungsunion mittelfristig einen Wert von zwei Prozent an. ‌Die nach europäischen Standards berechnete deutsche Inflationsrate lag im Februar bei ​2,0 Prozent. Die EZB hat ihren Leitzins von Mitte 2024 bis Mitte 2025 achtmal auf aktuell zwei Prozent gesenkt, weil der Preisdruck insgesamt nachgelassen hat. 

(Reuters)