Eine Fusion des verstaatlichten Unternehmens Uniper mit der ebenfalls verstaatlichen früheren Gazprom-Tocher Sefe sei jedoch unwahrscheinlicher geworden, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. Der Prozess, der zu einem Verkauf oder einer Börsennotierung des Unternehmens führen dürfte, könnte demnach noch vor dem Sommer mit einer offiziellen Ausschreibung gestartet werden. Damit würde ein monatelanges Rätselraten darüber beendet, was der Bund mit den beiden Unternehmen vorhat, die während der Energiekrise 2022 für insgesamt fast 20 Milliarden Euro verstaatlicht wurden.
Eine mögliche Fusion der Gas-Sparten von Uniper und Sefe werde als langwierig und komplex angesehen, sagte eine der Personen. Daher verfolgten beide Konzerne die Reprivatisierung, für die Brüssel eine Frist bis Ende 2028 gesetzt hat, nun voraussichtlich unabhängig voneinander. Darauf deute auch der Vorschlag von Sefe aus der vergangenen Woche hin, Kapital in Höhe von bis zu zwei Milliarden Euro aufzunehmen, um den Verkaufsprozess voranzutreiben.
Uniper sowie das Bundesfinanzministerium, das den 99,12-prozentigen Anteil des Bundes an dem Unternehmen verwaltet, wollten sich nicht äussern. Das für Sefe zuständige Bundeswirtschaftsministerium teilte am Abend mit, es würden verschiedene Optionen geprüft. Es sei aber noch keine Entscheidung gefallen. Der Bund werde bei dem Prozess die Versorgungssicherheit in Deutschland und Europa berücksichtigen.
(Reuters)

