Wie der Digitalverband Bitkom ‌am ⁠Donnerstag in Berlin mitteilte, halten es in einer Umfrage 18 Prozent ⁠der befragten Unternehmen für äusserst wahrscheinlich, dass es in Deutschland zu einer ernsthaften Krise ‌infolge sogenannter hybrider Angriffe kommen kann. Diese umfassen ‌unter anderem Sabotage, Cyberangriffe ​und wie in Leipzig Vorfälle mit Drohnen. 69 Prozent beschreiben dieses Szenario als eher wahrscheinlich. Nur fünf Prozent bezeichnen es als eher unwahrscheinlich, drei Prozent als äusserst unwahrscheinlich.

Bitkom hat für die Erhebung bis in ‌den Juni hinein mehr als 1003 Unternehmen in Deutschland mit mindestens zehn Beschäftigten befragt. «Bei der Diskussion über hybride Angriffe in einer Grauzone zwischen ​Krieg und Frieden geht es nicht mehr um ein ​theoretisches Risiko», sagte Bitkom-Präsident Ralf Wintergerst. ​Deutschland stehe jeden Tag im Fadenkreuz. «Dabei führt die Spur immer öfter nach Russland ‌und China und zu staatlichen Geheimdiensten. Aber auch physische Angriffe auf kritische Infrastrukturen, Verwaltung und Unternehmen sind Realität.» In der Umfrage gaben nur 33 ​Prozent ​der Betriebe an, Deutschland sei ⁠aktuell gut auf Cyberangriffe vorbereitet.

Der Flughafen Leipzig/Halle ​war in der ⁠Nacht zum Mittwoch zwischenzeitlich gesperrt gewesen. Hintergrund war ein mutmasslicher Anschlagsversuch ‌mit einer Sprengstoff-Drohne. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sprach von einem «sehr ernsten sicherheitsrelevanten Vorfall» und einem «hybriden Anschlagsszenario». Ähnliche Versuche seien auch künftig ‌nicht auszuschliessen. Wer hinter dem Vorfall stehe, müsse ​jetzt geklärt werden. Klar sei, dass es sich nicht um Amateure gehandelt habe.

(Reuters)