Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz hat die USA gemahnt, dass sie mit den europäischen Partner fairer ‌zusammenarbeiten ‌sollten. «Lassen Sie uns bei allem Frust und Ärger der letzten Monate die transatlantische Partnerschaft nicht voreilig abschreiben», sagte Merz am Donnerstag ​in seiner Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in ‌Davos. Im «Zeitalter der Grossmächte» seien ‌auch die USA auf dieses Vertrauen angewiesen. «Es ist ihr und unser entscheidender Wettbewerbsvorteil. Autokratien mögen Untertanen haben, Demokratien haben Partner und Freunde», betonte der Kanzler, der Dänemark und ⁠Grönland die Solidarität Deutschlands versicherte und vor neuen Zöllen warnte. Er begrüsste die deeskalierenden Aussagen von US-Präsident Donald Trump am ​Mittwochabend.

Mit Hinweis auf China, Russland und die ‌USA betonte Merz, dass die ‍jahrzehntelange, auf dem Völkerrecht basierende internationale Ordnung in den Grundfesten erschüttert ​sei. Die Führungsrolle der USA werde herausgefordert, auf die Washington mit einer radikalen Überarbeitung der Aussen- und Sicherheitspolitik reagiert habe. ‌Die neue internationale Ordnung, die durch ⁠Grossmächte geprägt werde, basiere auf ‌Macht, Stärke und Gewalt. Man sei dem aber nicht ausgeliefert. Europa müsse sich ‍verteidigen können, wettbewerbsfähig werden und geeint auftreten. Er warnte, dass Grossmachtpolitik gefährlich für alle sei – erst für ​kleine Staaten, dann für Mittelmächte und schliesslich auch ‍für die Grossmächte selbst. 

(Reuters)