Die Verbraucherpreise lagen im Schnitt 6,1 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, wie das Statistische Bundesamt am Dienstag eine frühere Schätzung bestätigte. Das ist der niedrigste Wert seit März 2022. Im April lag die Teuerungsrate noch bei 7,2 Prozent. "Die Inflationsrate hat sich damit weiter abgeschwächt, bleibt jedoch trotzdem auf einem hohen Niveau", sagte die Präsidentin des Statistischen Bundesamtes, Ruth Brand. Von April auf Mai fielen die Preise sogar, allerdings nur um 0,1 Prozent.
Für Entspannung sorgten die Energiepreise: Diese stiegen nur noch um 2,6 (April: +6,8) Prozent. Verantwortlich dafür sei insbesondere ein Basiseffekt aufgrund der starken Preisanstiege im Vorjahr infolge des russischen Angriffs auf die Ukraine. Auch die Preisbremsen für Strom, Erdgas und Fernwärme dämpften. Erdgas kostete noch 25,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, Brennholz, Holzpellets oder andere feste Brennstoffe verteuerten sich mit 23,8 Prozent ebenfalls besonders stark. Überdurchschnittlich erhöhten sich auch die Preise für Strom (+12,7 Prozent) und Fernwärme (+11,4). Dagegen verbilligten sich die Mineralölprodukte mit 15,5 Prozent deutlich. Leichtes Heizöl war um 30,5 Prozent günstiger zu haben als im Mai 2022, Kraftstoffe wie Benzin kosteten 14,2 Prozent weniger.
Nahrungsmittel verteuerten sich zwar mit 14,9 Prozent erneut deutlich, allerdings nicht mehr so stark wie im April mit 17,2 Prozent. Teurer wurden vor allem Molkereiprodukte (+28,2 Prozent), Brot und Getreideerzeugnisse (+19,3 Prozent) sowie Fisch, Fischwaren und Meeresfrüchte (+19,0 Prozent). Auch für Zucker, Marmelade, Honig und andere Süsswaren (+17,9 Prozent) sowie für Gemüse (+17,3 Prozent) mussten die Verbraucherinnen und Verbraucher spürbar mehr bezahlen. Hingegen waren Speisefette und Speiseöle um 7,1 Prozent günstiger, insbesondere durch den Preisrückgang bei Butter (-23,3 Prozent).
Dienstleistungen kosteten im Schnitt 4,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor (April: +4,7 Prozent). Hier habe sich die Einführung des 49 Euro teuren Deutschlandtickets "leicht dämpfend" auf die Preisentwicklung ausgewirkt, so die Statistiker. Die kombinierten Tickets für Bahn, Bus und Ähnliches verbilligten sich um 22,9 Prozent im Vergleich zum Mai 2022.
Die Europäische Zentralbank (EZB) strebt für den Euroraum eine Inflationsrate von 2,0 Prozent. Wegen der hartnäckig hohen Teuerung dürfte sie an diesem Donnerstag ihren Leitzins erneut anheben - und zwar von 3,75 auf 4,00 Prozent.
(Reuters)

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"Inflationen sind wie Diktaturen. Wenn sie erst einmal an der Macht sind, wird es um so schwieriger, gegen sie anzukämpfen."
Dr. Hermann Josef Abs
Bankier, 1957 - 1967 Vorstandsvorsitzender der "Deutschen Bank", zählte in den Nachkriegsjahren zu den engsten Beratern von Bundeskanzler Konrad Adenauer (Deutschland, 1901 - 1994).
Dr. Hermann Josef Abs · Geburtsdatum · Sterbedatum
Dr. Hermann Josef Abs wäre heute 121 Jahre, 7 Monate, 29 Tage oder 44.436 Tage alt.
Geboren am 15.10.1901 in Bonn
Gestorben am 05.02.1994 in Bad Soden am Taunus
Sternzeichen: ♎ Waage
Vier Prozent minus sechs Prozent ergibt minus zwei Prozent und damit immer noch eine NEGATIVE REALRENDITE.