Am Montag fiel der Dollar unter 0,77 und kostete zuletzt 0,7659 Franken. Einzig Ende Januar war das Währungspaar mit 0,7605 noch etwas tiefer gefallen und dabei so günstig gewesen wie zuletzt 2011. Auch zum Euro legte der Franken am Montag klar zu. Das EUR/CHF-Paar fiel auf zuletzt 0,9130 von 0,9169 am Morgen, am späteren Nachmittag hatte das Paar gar ein neues Rekordtief bei 0,9127 erreicht. Das EUR/USD-Paar stieg derweil auf 1,1920 am späten Abend von 1,1848 am frühen Morgen, was ebenfalls der höchste Stand seit Ende Januar war.
Für Druck auf den Dollar sorgte eine Meldung der Nachrichtenagentur Bloomberg, wonach chinesische Beamte die Banken des Landes aufgefordert haben, den Kauf von US-Staatsanleihen zu begrenzen. Wie es von mit der Angelegenheit vertrauten Personen weiter hiess, sollen Finanzinstitute mit hohem Engagement in Staatspapiere der Vereinigten Staaten angewiesen worden sein, ihre Positionen abzubauen. Damit würde die Nachfrage nach den als sicher geltenden Treasuries sinken, worunter dann auch die US-Währung leidet.
In Anbetracht des starken Frankens fragt sich natürlich, ob die SNB regieren muss? Auch die Valiant Bank stellt in einem Devisenkommentar die Frage, ob nun Massnahmen der SNB zu erwarten seien. SNB-Präsident Martin Schlegel habe letzte Woche eingeräumt, dass die Lage angesichts des geringen Preisdrucks «nicht einfach» sei. Valiant geht aber davon aus, dass - solange der Franken nicht sprunghaft oder deutlich stärker aufwertet - die SNB zum Leidwesen der Exportindustrie vorerst inaktiv bleibt.
(AWP)

