Auch zum Euro ist der Franken minimal gestiegen. Derzeit wird das Euro/Franken-Paar zu 0,9162 gehandelt nach 0,9170 am Donnerstagabend. Derweil hat sich die europäische Gemeinschaftswährung gegenüber dem US-Dollar in dieser Zeit nur wenig bewegt, wie das Kursniveau von aktuell 1,1799 nach 1,1793 am Vorabend zeigt.
Am Vortag hatte die EZB wie erwartet die Leitzinsen nicht angetastet. Der für Banken und Sparer wichtige Einlagenzins blieb damit das fünfte Mal in Folge bei 2,0 Prozent. EZB-Präsidentin Christine Lagarde stellte auch keine baldige Zinsveränderung in Aussicht. Sie verwies jedoch auf eine grosse Unsicherheit.
Schwierige Lage für die SNB
Nachdem der Euro unter die Marke von 92 Rappen gefallen sei, hätten die Diskussionen über die SNB-Optionen zur Schwächung des Franken wieder Fahrt aufgenommen, kommentiert die Commerzbank. Zur Beurteilung gehöre aber auch, wie viel der Bewegung wirklich vom Franken getrieben wurde.
Die SNB habe nur schwierige Optionen. Sie könnte zwar zwischen den Sitzungen mit Devisenmarktoperationen zur Schwächung des Franken reagieren. Dafür müsste der Franken aber deutlich stärker aufwerten, so die Commerzbank.
Eine eher mittelfristige Option wäre eine weitere Zinssenkung in den negativen Bereich. Doch hätte dies viele Nachteile. Die dritte Option erscheint zwar als die langweiligste, dürfte angesichts der Nachteile der ersten beiden Optionen aber momentan die wahrscheinlichste sein. Die SNB könnte den niedrigeren Euro vorerst tolerieren. «Jetzt rächt sich, dass die SNB in den vergangenen Jahren ihr Zinssenkungspulver bereits nahezu vollständig verschossen hat», so die Commerzbank.
(AWP)

