Der Franken hat sich mit den Äusserungen der Schweizerischen Nationalbank im Zusammenhang mit der geldpolitischen Lagebeurteilung abgeschwächt. So ist der Euro auf 0,9113 gestiegen, von 0,9088 im frühen Geschäft. Der US-Dollar verteuerte sich gleichzeitig auf 0,7946 von 0,7924. Das Währungspaar Euro zum Dollar zeigt sich bei 1,1469 derzeit stabil.
Die SNB hat wie erwartet die Zinsen unangetastet gelassen. SNB-Präsident Martin Schlegel hat dabei betont, dass die Hürden für Negativzinsen erhöht blieben und dass die SNB auch die Bereitschaft zu Interventionen am Devisenmarkt verstärkt habe. Näher wollte er dies nicht weiter erläutern. «Es heisst, dass wir bereiter sind», meinte er gegenüber den Medien.
Claude Maurer, Chefökonom von BAK Economics kommentierte dies folgendermassen: «Die SNB blieb innerhalb der Erwartungen. Die Zinsen bleiben noch länger, wo sie sind, trotz hoher Unsicherheit. Angesichts der realen Abwertung des Frankens - die Inflation ist hierzulande deutlich tiefer als im Ausland - steht nur die kurzfristige Wechselkursentwicklung im Fokus.»
Bei Banthleon hiess es hingegen, dass die Entwicklung im Nahen Osten und die aktualisierten Prognosen den Druck auf die SNB, gegebenenfalls nochmals die Leitzinsen zu senken, nicht vermindert hätten. Die Inflation bewege sich nach wie vor am unteren Rand der Zielbandbreite, und der Franken bleibe unter permanentem Aufwertungsdruck.
Der Blick der Investoren richtet sich nun auf die Ergebnisse der Zinssitzungen der EZB und der Bank of England, welche beide am frühen Nachmittag vorgelegt werden. Auch von der EZB wird ein unveränderter Leitzins erwartet.
(AWP)

