Weltweite Bedenken hinsichtlich der KI-Ausgaben grosser Hyperscaler und der anhaltende Preiswettbewerb in China haben die chinesischen Technologieaktien in den letzten Monaten belastet und die Dynamik der Alibaba-Rallye gedämpft. Die in Hongkong notierten Aktien sind seit ihrem Höchststand im Oktober gegen Prozent gefallen.
Das bekannte Online-Handelsgeschäft des chinesischen Unternehmens bietet dabei laut Christian Heck, einem in New York ansässigen Portfoliomanager bei First Eagle Investments Management, eine «Sicherheitsmarge». Das KI-Geschäft aber sei «völlig kostenlos oder, wenn man es genau betrachtet, eine kostenlose Call-Option».
«Ich halte das für ein attraktives Setup», sagte Heck in einem Interview am Dienstag. Er ist Co-Manager des First Eagle Overseas Fund, der im vergangenen Jahr eine Rendite von 31 Prozent erzielte und damit 85 Prozent seiner Vergleichsgruppe übertraf.
Alibaba ist auch deshalb attraktiv, weil sein Portfolio ein breites Spektrum an KI-Geschäften umfasst, von Infrastruktur bis hin zu proprietären und Open-Source-Modellen, so Heck. Das unterscheidet Alibaba von spezialisierteren Technologieunternehmen wie OpenAI und Oracle, so der Fondsmanager. «Sie verfügen über sehr gute KI-Kompetenzen im gesamten Technologie-Stack, was ziemlich selten ist», sagte Heck. Alibabas KI-Sparte «könnte ein grosses, profitables Geschäft werden.»
First Eagle, das nach Qualitätsunternehmen mit niedrigen Bewertungen sucht, investierte vor mehr als drei Jahren in Alibaba. Die Aktie wird derzeit mit dem 16-Fachen des geschätzten Gewinns für die nächsten zwölf Monate gehandelt, nach einem jüngsten Höchststand von fast dem 22-Fachen.
Das KI-Geschäft von Alibaba steht unter erhöhtem Druck, Gewinne zu schreiben
Das KI-Geschäft steht aber unter erhöhtem Druck, Gewinne zu schreiben, wie die am Donnerstag bekannt gegebenen Jahreszahlen zeigen. Die Gewinne von Alibaba und der Umsatz stagnierte. Die enttäuschenden Ergebnisse zeigen, warum das Unternehmen eine umfassende Restrukturierung durchführt, um aus seinen weitverzweigten KI-Projekten Gewinne zu generieren. Alibaba hat diese Woche einen KI-Dienst namens Wukong für Firmenkunden eingeführt und die Preise für seine Cloud-Computing- und Speicherdienste um bis zu 34 Prozent erhöht.
Das Unternehmen hat über 53 Milliarden US-Dollar für KI-Investitionen über mehrere Jahre zugesagt und übertrifft damit seine chinesischen Konkurrenten deutlich. Dies entspricht jedoch nur einem Bruchteil der 650 Milliarden US-Dollar, die US-amerikanische Hyperscaler bis 2026 investieren wollen.
Alibabas Cloud-Sparte hat sich seither zum am schnellsten wachsenden Geschäftsbereich des Konzerns entwickelt. Das Unternehmen verzeichnete über zehn aufeinanderfolgende Quartale ein dreistelliges Umsatzwachstum mit KI-bezogenen Produkten.
(Bloomberg/cash)
