Die Aktie von Sonova steigt am Mittwoch um 7 Prozent auf 186 Franken. Auf Basis der Schlusskurse ist dies laut Bloomberg-Daten der grösste Kurssprung seit mindestens einem Jahr.
Sonova profitiert dabei nicht von eigenen Resultaten, sondern vom Erstquartalsabschluss des italienischen Branchenkollegen Amplifon. Die Resultate lagen über den Markterwartungen, dies nach einer «Serie von Enttäuschungen im Jahr 2025», wie Bernstein anmerkt.
Die Aktien von Amplifon stiegen an der Börse in Mailand am Mittwochmorgen um bis zu 15 Prozent, dem grössten Tagesgewinn seit über sechs Jahren. Sonova ist ein kleinerer Lieferant von Amplifon.
Die Valoren von Sonova haben einen langen Abwärtstrend hinter sich. Im März waren sie auf den tiefsten Stand seit sechs Jahren gefallen. Der Markt für Hörsysteme wächst nur langsam. Auch mit Widrigkeiten wie der Handelspolitik von US-Präsident Donald Trump hatte sich die Branche auseinanderzusetzen.
Abhängig ist der Konzern aus Stäfa auch von der Konsumentenstimmung. Das spürte ein Branchennachbar im letzten Jahr. Die australische Firma Cochlear etwa machte eine gesunkene Konsumentenstimmung in Schlüsselmärkten verantwortlich für die enttäuschenden Halbjahresresultate, die im Februar bekannt gegeben wurden.
Als Folge des schleppenden Geschäftsganges will sich Sonova künftig schlanker aufstellen. Im Rahmen eines Strategieupdates Ende März kündigte das Unternehmen aus Stäfa an, sich von seinem Audiogeschäft für Endkunden, zu dem auch die vor fünf Jahren übernommenen Aktivitäten von Sennheiser gehören, trennen zu wollen. Gleichzeitig will das Unternehmen aber auch mit Übernahmen wachsen.
Analysten haben ein durchschnittliches Kursziel von 209 Franken bei der Sonova-Aktie, was einem Aufwärtspotenzial von 14 Prozent entspricht. Am 18. Mai werden die Zahlen zum Geschäftsjahr 2025/26 vorgelegt.
(mit Material von AWP)

