Mit der Aktie des Lebensversicherungskonzerns Swiss Life liess sich in der ersten Jahreshälfte gutes Geld verdienen. Mit knapp 484 Franken liegt ihr Kurs um fast 30 Prozent über dem Stand von Ende Dezember. Berücksichtigt man den Dividendenabgang von Anfang Mai sind es sogar gut 32 Prozent.

Zuviel für die UBS. In einer Unternehmensstudie erhöht sie das 12-Monats-Kursziel für die Aktie zwar auf 485 (zuvor 470) Franken, senkt gleichzeitig aber das Anlageurteil von "Buy" auf "Neutral". Wie die grösste Schweizer Bank schreibt, habe sich die Investment-These bewahrheitet. Die UBS spielt damit auf die überdurchschnittliche Kursentwicklung an. Denn die Aktie des Lebensversicherungskonzerns schneidet seit Jahresbeginn um ganze 10 Prozent besser als der Schweizer Versicherungssektor ab.

Aktie war auch schon attraktiver

Sowieso wurde Swiss Life in den letzten Jahren chronisch unterschätzt. Folglich wartete das Unternehmen immer mal wieder mit starken Zahlenkränzen und Dividendenüberraschungen auf. Aus Sicht der UBS könnte es dem Lebensversicherungskonzern in Zukunft nun aber schwerer fallen, positiv überraschen zu können. Sie rät ihrer Anlagekundschaft deshalb in die Aktie des Branchennachbarn Bâloise umzuschichten. Diese wird mit einem 12-Monats-Kursziel von 187 Franken zum Kauf empfohlen.

Die Kursentwicklung der Swiss-Life-Aktie seit Jahresbeginn (Quelle: www.cash.ch)

Beliebt war die Swiss-Life-Aktie einst vor allem aufgrund ihres Abschlags zum bereinigten Buchwert sowie des dividendenseitigen Verbesserungspotenzials. Zuletzt galt hingegen das Liegenschaftenportfolio des Lebensversicherungskonzerns als "verborgener Schatz". Mittlerweile wird die Aktie sogar mit einem Aufschlag zum bereinigten Buchwert gehandelt. Und trotz kräftigen Dividendenerhöhungen errechnet sich gerademal eine Rendite von 3,4 Prozent. Zum Vergleich: Mit 5,6 Prozent rentieren die Titel von Swiss Re oder Zurich Insurance Group deutlich besser.

Folgen weitere Banken dem Beispiel der UBS?

Selbst nach der Herunterstufung durch die UBS empfehlen die Zürcher Kantonalbank, die Bank Vontobel sowie Baader-Helvea die Swiss-Life-Aktie noch immer zum Kauf. Die ausländischen Analysten sind hingegen zurückhaltender und schätzen die Aktie ebenfalls nur neutral ein. Wie Erhebungen der Wirtschaftsnachrichtenagentur AWP verraten, liegt das durchschnittliche Kursziel aller Banken mit 448 Franken fast 8 Prozent unter dem Schlussstand vom Freitag.

Auch das lässt Händlern zufolge weitere Herunterstufungen wie am heutigen Montagmorgen durch die UBS vermuten.