Die Aktien von ABB gewannen in der abgelaufenen Börsenwoche 7,5 Prozent und Holcim 3,5 Prozent. Während ABB das Allzeithoch von Ende Februar damit egalisiert hatte, notieren die Valoren des Schweizer Baukonzerns noch 15 Prozent unter dem Allzeithoch. 

Die beiden Titel gehören seit einigen Jahren zu den Überfliegern am Schweizer Aktienmarkt. Die Erholung nach der jüngsten Kurskorrektur zeigt, dass Anlegerinnen und Anleger weiter auf diese zwei Gewinner setzen. So folgten bei Holcim am vergangenen Freitag gleich zwei Hochstufungen. BNP Paribas vergibt neu «Halten» nach «Underperform». Das Kursziel wurde auf 74 Franken von 71,50 Franken erhöht. 

Die US-Investmentbank Goldman Sachs erhöhte ihrerseits die Anlageempfehlung für die Holcim-Aktie auf «Kaufen» von «Neutral» mit einem neuen Kursziel von 82 nach 77 Franken. Für zusätzliche Klarheit sorge die Fortführung des europäischen Emissionshandelssystems, was Unsicherheiten reduziere und Holcims Wettbewerbsvorteile bei den Kosten stärke. Insgesamt hält der Analyst von Goldman Sachs die Bewertungsprämie der Aktie angesichts der Wachstumsaussichten für gerechtfertigt. 

Während die Analysten bei Holcim weiteres Kurspotenzial bis auf durchschnittlich 80 Franken sehen, sind die Erwartungen der Analysten bei ABB tiefer. Hier liegt das durchschnittliche Kursziel gemäss AWP-Analyzer bei 64 Franken und somit 10 Prozent unter dem aktuell bezahlten Preis. 

Zurückhaltend bei ABB zeigt sich der UBS-Analyst Amdre Kukhnin. Er rechne mit einem soliden ersten Quartal, auch dürfte die Guidance für das Gesamtjahr unverändert bleiben. Die Konsenserwartungen seien derweil aber bereits deutlich gestiegen. Seine Prognosen passe er an die bessere Entwicklung in den Bereichen Elektrifizierung, Antriebstechnik und Automatisierung an, was durch den Verkauf des Robotikgeschäfts ausgeglichen werde.

Bei Holcim sind die Analysten weiterhin überzeugt, dass steigende Kurse drinliegen. Diese Perspektive dürfte gerade für Investoren interessant sein, die noch nicht investiert sind. Auf der anderen Seite scheint bei den ABB-Valoren schon einiges Potenzial eingepreist zu sein, weshalb Neuengagements eher zurückhaltend erfolgen sollten. 

Wer die Titel im Depot hat, kann die Gewinne weiter laufen lassen. Den Nimbus als erfolgreiche «Compounder» dürften beide Firmen so schnell nicht verlieren - auch wenn der Kursanstieg in den nächsten Jahren vielleicht nicht mehr ganz so üppig ausfällt wie in den vergangenen drei Erfolgsjahren. 

Eine Compounder-Aktie bezeichnet ein qualitativ hochwertiges Unternehmen, das über einen längeren Zeitraum konstant hohe Renditen auf das eingesetzte Kapital erwirtschaftet. Diese Firmen überzeugen mit einer starken Bilanz, Wettbewerbsvorteilen gegenüber der Konkurrenz und einem stetigen, organischen Wachstum.

(cash/AWP)