Die Anteilsscheine der Luzerner Kantonalbank (LUKB) steigen am Freitagvormittag um knapp 4 Prozent auf 110,00 Franken, während der Schweizer Aktienmarkt gemessen am Swiss Performance Index (SPI) um 0,5 Prozent nachgibt. 

Der rund 4-prozentige Fortschritt der LUKB-Aktien folgt auf eine über fast zwei Jahre anhaltende Kursrally. Sie hat die Titel von 60,50 Franken im September 2024 um 80 Prozent auf den momentanen Stand von 110,00 Franken geführt. Und bei diesem Stand ist noch nicht Schluss, sofern der zuständige Experte der Kepler Cheuvreux mit seiner Prognose richtig liegt. Er hat die Abdeckung der Luzerner Kantonalbank mit einem «Buy»-Rating aufgenommen und veranschlagt das Preisziel bei 121 Franken. Aus diesem errechnet sich ein Kursgewinnpotenzial von 14,3 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom Donnerstag.

In die Prognose des Kepler-Experten fliesst ein, dass sich das Luzerner Geldhaus zunehmend von einer klassischen Hypothekenbank zu einem stärker provisionsgetriebenen Finanzinstitut entwickelt. Daraus ergebe sich Wachstumspotenzial im Anlagegeschäft, im Private Banking, im Firmenkundengeschäft und bei strukturierten Produkten. Zudem hält der Analyst die Umsetzung der Strategie «LUKB30» für glaubwürdig und traut der Kantonalbank zu, ihre eigenen Gewinnziele zu übertreffen. Gleichzeitig beurteilt er die Kapitalausstattung als komfortabel.

Konzerngewinn soll auf 340 Millionen Franken steigen

Die Strategie «LUKB30» betrifft die Pläne und Ziele der von CEO Daniel Salzmann geleiteten Bank in den Jahren 2026 bis 2030. So will die LUKB bis Ende des Jahrzehnts zu den fünf führenden Universalbanken der Schweiz gehören. Unter anderem soll der Konzerngewinn auf 340 Millionen Franken ansteigen, von knapp 300 Millionen Franken im Jahr 2025.

Salzmann rechnete mit einem «arbeitsintensiven Start in unsere neue Strategieperiode, der uns von Anfang an volle operative Disziplin abverlangt», wie er bei der Präsentation der Jahreszahlen 2025 im vergangenen Februar sagte. Das Zinsumfeld werde sich negativ auf die Erträge auswirken, gleichzeitig wolle man «bedeutende» Investitionen tätigen. «Doch wir sind überzeugt, dass sich diese Investitionen innerhalb der kommenden Strategieperiode rentabilisieren werden», so der CEO.

Neben Kepler Cheuvreux gibt es nur wenige Analysten, welche die Luzerner Kantonalbank abdecken. Zu ihnen zählt der zuständige Experte der Zürcher Kantonalbank (ZKB), der sich in einer kürzlich erschienen Sektorstudie zu den Luzernern geäussert hat. Er hält die LUKB für eine «effiziente Kantonalbank mit tiefer Cost-Income-Ratio und einem breiten Set an Wachstums- und Diversifizierungsinitiativen». Jedoch seien die Wachstumsaussichten im aktuellen Kurs weitgehend eingepreist. Entsprechend lautet das Rating «Marktgewichten». Den fairen Wert der Aktie hat der ZKB-Analyst bei 108 Franken angesetzt.

Reto Zanettin
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