«Die Zahlen und Aussagen in der Studie basieren auf ungeeigneten und intransparenten Datenquellen», schrieb Swatch in einem offenen Brief an Morgan Stanley Investment Management, der am Freitag auf der Website veröffentlicht wurde. «Was unsere Marken betrifft, sind die Zahlen in der Studie höchst ungenau.»
Der am 18. Februar gemeinsam mit dem Branchenberater LuxeConsult erstellte Bericht besagt, dass der Marktanteil der Swatch Group seit 2019 um 10 Prozentpunkte gesunken ist und 2025 den grössten Rückgang der Branche verzeichnen wird. Longines wird als Swatchs «Sorgenkind» bezeichnet, mit Verweis auf häufige Managementwechsel und die Abhängigkeit von China.
Swatch kritisierte den Bericht unter anderem, da er keine detaillierte Aufschlüsselung der Markenperformance enthält. Longines wies für 2025 einen Gewinn von 16,6 Prozent auf den Nettoverkäufen aus. Oliver Müller, Leiter des Schweizer Beratungsunternehmens LuxeConsult, und Morgan Stanley gaben zunächst keinen Kommentar ab.
Die operative Gewinnmarge von Swatch sank laut einem Bericht vom letzten Monat bis 2025 um mehr als die Hälfte auf 2,1 Prozent, da das Unternehmen mit einer schwachen Nachfrage in China und den Folgen der US-Zölle von Präsident Donald Trump zu kämpfen hatte. Die Strategie des Uhrenherstellers, Arbeitsplätze, Produktion und Lagerbestände für einen Aufschwung zu erhalten, wurde von Investoren wegen der dadurch entstehenden hohen Kosten kritisiert. L
Die Swatch-Aktien haben sich seit der optimistischeren Prognose für das laufende Geschäftsjahr um mehr als 20 Prozent erholt, liegen aber immer noch deutlich unter dem Niveau des Booms nach der Pandemie, der Luxusmarken beflügelte. Am Freitag fielen die Kurse um bis zu 3,1 Prozent.
Laut dem Bericht von Morgan Stanley stagnierten die Umsätze der Swatch-Marke Omega seit über einem Jahrzehnt bei rund 2,2 Milliarden Franken und wurden im vergangenen Jahr von Patek Philippe und Audemars Piguet überholt. Swatch bezeichnete die Schlussfolgerungen des Berichts und die Rangliste der Uhrenmarken als «fragwürdig».
Im Gegensatz zu Morgan Stanley habe LuxeConsult mögliche Interessenkonflikte nicht offengelegt. «Die Studie enthält mitunter sogar diffamierende und potenziell schädigende Aussagen», so Swatch. «Rechtliche Schritte sollten erwogen werden.»
(Bloomberg)
